Mittwoch, 29. Oktober 2014

Arendt, Judith ~ Unschuldslamm

Ruth Holländer, Besitzerin eines kleinen französischen Bistros, ist mit ihren Leben nach der Scheidung  soweit ganz zufrieden.  Als sie zur  als Schöffin berufen wird, sieht sie der Aufgabe mit Angst entgegen. Und der erste Fall hat es in sich: Der Mord an Derya. Dieser Fall soll er Bruder Aras verübt haben und gilt als Ehrenmord. Ruth, die selber eine 16 Jährige Tochter und einen erwachsenen Sohn hat, ist von Zweifel geplagt und glaubt an die Unschuld Aras. Sie will dem Fall auf der Spur gehen und Beweise finden für Aras.
Dieser Krimi ist von Anfang an spannend und interessant.  Er beginnt mit der Erzählung Derya in Südostanatolien, wo sie mit der Familie Urlaub macht und die ganze Sippschaft besucht. Welchen Grund es dafür gibt, erfährt sie vorerst nicht.  Dann wird weiter aus der Sicht von Ruth geschrieben in Berlin Moabit. –die einzelnen Kapitel sind mit Tagen und Monaten  ohne genaueres Datum versehen. Die Kapitel sind nicht zu kurz aber auch nicht zu lang. Der Schreibstil ist flüssig, selbst bei der Erzählungen von den Verhandlungen. Die Emotionen von den Protagonisten sind realistisch dargestellt und man fühlt oftmals mit ihnen. Überhaupt sind die Personen symphytisch dargestellt, sogar der fiese Ehemann von Ruth J.  Man kann sich in dieser Geschichte total reinversetzen und spürt die Zweifel von Ruth beim Prozess. Die Arbeit von des Schöffenamtes ist gut recherchiert und man gewinnt hier einen guten Einblick in dieser Arbeit bzw. des Amtes.
Das Ende ist bewusst ein wenig offen gelassen, so dass man dem nächsten Teil etwas entgegenfiebern kann. Aber eigentlich sind es zwei enden, das eine offene und das eine, was mit dem Lesen voraus zu sehen war. Ich finde es gut, so wie es ist.
Das Coverbild kann ich jetzt nicht ganz so einordnen. Soll es das Haus in Anatolien sein? Der Titel passt zum Krimi und man versteht ihn, sobald man das Buch fertig gelesen hat. Entgegen der Unschuld, die normalerweise weiß ist, ist der Titel aber schwarz gehalten, was ich recht interessant finde, da ja viele „weiße Westen“ doch Flecken haben.
Es ist der erste Krimi von Judith Arendt. Allerdings ist der Name, so wie ich auf der Seite vom Ullstein Verlag gelesen habe, ein Pseudonym. Gelegentlich schreibt sie Drehbücher für deutsche Fernsehserien. Das finde ich echt interessant. Jedenfalls freue ich mich auf den zweiten Fall von der Schöffin Ruth Holländer. Schließlich ist sie ja jetzt für 5 Jahre verpflichtet!

FAZIT: Ein ruhiger Krimi mit spannenden Elementen, der einen einen Einblick in das Amt eines Schöffen gibt. Und gleichzeitig ein Roman mit Einblick einer ganz normalen Familie, wie es heutzutage gibt: Alleinerziehende Mutter, die hart árbeitet und trotzdem zufrieden ist.
Ein Dankeschön an Vorablesen und dem Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Stärke: ein gutrecherchierter Krimi um eine Schöffin, die ihren ersten Fall meistert
Schwäche: das Cover finde ich nicht ganz passend, weil es für mich Fragen aufwirft