Sonntag, 30. November 2014

Müller, Carin - Hundstage



 Tobi ist ein Rüde in voller Blüte. Seine Menschen Kiki und Paul sind gut zu ihm und eigentlich hätte er nichts zu meckern.  Regelmäßiger Auslauf, Treffen mit Hundefreunden. Doch da ist ein Ärgernis, das ihn nicht in Ruhe lässt – der natürliche Trieb eines unkastrierten Rüden. Und Toby hat eigentlich schon eine bestimmte Hundedame für sein erstes Mal in Auge – Laila. Rat holt er sich bei seinen alten Freund. Rocky,  Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Aber Tobi will mit aller Gewalt sein Ding durchziehen, koste es was es wolle….
Dieses Buch ist hauptsächlich aus der Sicht von Tobi geschrieben. Es kommen zwar auch seine Freunde, die Besitzer und seine tierischen Begegnungen zu Wort, aber Hauptprotagonist bleibt Tobi.  Neben protatonisten sind da noch die Nerzdame Anastasia, die Fische und auch Enten.
Was mich zum Schmunzeln gebracht hat ist die unterschiedliche Sichtweise zwischen Mensch und Tier. Es kommt hier oft zu Missverständnissen. Vom Schreibstil ist es schon locker und es liest sich eigentlich leicht. Aber oftmals ist es zu leicht und man „überliest“ das ein oder andere. Die Charaktere in diesem humorvollen Buch sind meistens gut dargestellt, nur die Fische, die haben mich schon manchmal genervt.
Sehr gut hat sich die Schriftstellerin Carin Müller mit dem Spanischen Tierschutz auseinandergesetzt und die traurige Seite davon Beschrieben. Auch einige Traurige Situationen gibt es hier, wo ich doch das ein oder andere Mal schlucken musste. Das Cover ist gut gestaltet . Da liegt der Airreadel Terrier  Tobi und träumt. Träumt von  Anastasia, der Nerzdame  und von der Goldfischin Cleo. Der Hintergrund ist in hellen grün gehalten wie eine frische Wiese.


FAZIT: Also meine persönliche Meinung ist, mir hat das Buch nicht ganz so hundertprozentig gefallen. Die Tiere werden hier sehr menschlich dargestellt, was allerdings Sinn des Buchs ist und mich nicht gestört hat. Aber Tobis Rüdenhafte – also der Trieb, das hat mich gestört. Man liest ständig von seinen Begehren. Auch der Goldfisch war für mich etwas nervig. Dagegen die Entenfamilie und Anastasia die Nerzdame fand ich herzerfrischend. Auch Toby hat was, was mich ab und an schmunzeln und lachen lassen lies. Gerade so die Jagdszenen, da habe ich an meinen Hund – er heißt zufälligerweise auch Tobi- gedacht. Er schaltet da nämlich auch total ab, zumindest früher, jetzt mit seinen 8 Jahren nicht mehr so.

Also, wer auf Humorvolle Romane mit denkenden und handelnden Tieren steht, für den ist das genau richtig. Fans von  Schafskrimi oder Gänse bzw. Katzenkrimis steht, für den ist dieses genau richtig. Obwohl das kein Krimi ist, aber aus der Sicht von Tieren erzählt. Ich kann diesen Lesern das Buch wärmstens empfehlen. Wie gesagt, meines war es nicht so der Fall, was aber meine persönliche Meinung ist. Daher gebe ich nur 4 Punkte, aber einen halben Extrapunkt für die Originalität.

Stärke: ein humorvolles Buch aus der Sicht eines Hundes
Schwäche: mir persönlich ein bisschen zu Vermenschlichung der Tiere

Sonntag, 23. November 2014

Wirz, Manu - Die Löffelliste



Die Löffelliste  ist eine Liste von Dingen, die man erleben möchte, bevor man stirbt. Bestimmt hat man irgendwelche Träume, die noch nicht erfüllt sind, aber die man sehnsüchtig abhaken möchte. In dieser Anthologie fragen sich 13 Autorinnen und Autoren was denn dieser Lebenstraum wäre?
Z. B. erfährt man hier, das Delfine Glück bringen, oder wie geht man mit alten Sünden um?  Oder haben Sie schon mal den Wunsch verspürt, einmal Mars und zurück?
In diesem Roman spielt auch die Fantasie eine Rolle. Aber was wirklich Phantasie ist und was nicht, das sollte man selber herausfinden.

Das Buch ist mit 13 Kapiteln versehen. 13 Autorinnen und Autoren haben ihre Geschichte aufs Papier gebracht. Jedes Kapitel ist mit einer Schreibschrift Überschrift versehen und am Ende der Story mit einer kleiner zum Thema passender Zeichnung. Das Cover sieht aus wie ein Notizbuchzettel mit handschriftlicher Liste.  Der Titel ist vor einem rosa Banner gehalten. Das rosa soll wohl etwas vom Traum aussagen, den man noch hat.

FAZIT: Also ich habe das Buch angefangen. Die erste Geschichte fand ich ja noch ganz toll. Aber dann wurde dieses Buch irgendwo fantastisch und verkorkst, so sag ich es mal aus. Die einzelnen Geschichten finde ich persönlich nicht so ansprechend, teilweise recht verwirrend und langweilige. Die Aufmachung vom Cover finde ich schon toll, aber es verspricht mehr als es hält.
Mir persönlich fehlen die „echten“ Träume, bevor man die Löffel abgibt. Hier ist mehr Phantasie reingespickt.  Am Ende werden die Autorinnen und Autoren kurz vorgestellt, was ich gut finde. So erfährt man doch etwas über die Verfasser der teilweise kuriosen Geschichten. Also wer auf kuriose Geschichten und kurzweiligen Lesevergnügen steht, für den ist das Buch genau richtig. Für mich war es nicht so der Fall, einfach oft zu abgedreht.

Stärke: ein dünnes Buch, was schnell zu lesen ist
Schwäche: teilweise arg kuriose Geschichten, die verwirrend sind.


Wagner, Fanny / Birk, Carolin - Überwiegend fabelhaft



Nina hat mit ihren Modellabel Zwiebellock vollen Erfolg. Auch in der neuen Heimat – Wiestal in der fränkischen Schweiz ist sie inzwischen voll integriert und anerkannt. Schließlich arbeiten sie und die Schnepfen nun zusammen an der Mode für Frauen in den Wechseljahren.  Und auch in der Liebe klappt es gut, denn sie ist mit dem Schreiner Christian zusammen.  Vor lauter Arbeit ringt sich Nina durch und stellt einen Assistenten – Patrick- an. Er hat spritzige Ideen was den Zwiebellock und dessen Werbung – auch online – angeht. Doch dann kopiert einer die Wechseljahre Mode und außerdem kommen sich Christian und seine Ex wieder näher. War das Glück für Nina doch nur für kurze Dauer?

Der Roman über die Mode für Frauen in Wechseljahre ist spritzig und frisch. Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich t rotz fränkischen Dialekt gut lesen. Die einzelnen Abschnitte sind nicht so ellenlang, so dass man beim Lesen irgendwie ins Stocken gerät.  Zusätzlich sind die einzelnen Kapitel noch mit liebevollen witzigen Fröschen gezeichnet und als Untertitel ist immer eine lustige Wettervorhersage ala „Doktor Diarys  (Seelische Wetterlage katastrophal. Tief Meier zerstörte Gretchenhausen. …)verzeichnet. Die finde ich ganz besonders toll.
Die fränkische Schweiz kommt zwar hier diesmal ein wenig zu kurz, aber das machen die gut dargestellten Protagonisten wieder wett. Das Cover ist auch witzig und farbenfroh  -wie ein Sommertag auf dem Lande-  gestalte und verspricht humorvoll Lesestunden.
Es ist der zweite Roman von Fanny Wagner und Carolin Birk. Mit „Garantiert Wechselhaft“ startete die Reihe über Nina und ihrer Zwiebellookkollektion.
Auch wenn man nicht den ersten Band gelesen hat, kann man „Überwiegend Fabelhaft“ problemlos lesen. 


FAZIT. Ich finde diesen Roman als ein kurzes abwechslungsreiches Lesevergnügen für düstere Tage wie sie jetzt sind (Herbst lässt grüßen). Die Prise Humor lässt das neblige regnerische Wetter glatt vergessen, denn beim Lesen geht die Sonne im Herzen auf – schon allein wegen dem Humor und den witzigen Zeichnungen.

Stärke: ein lustiges Buch über ein gegenwärtiges  Thema bei Frauen ab 40
Schwäche: 

 











Mittwoch, 19. November 2014

Kurz, Ralf - Im Schatten der Wahrheit



Ein Mädchen erfriert bei Freiburg in einen Wald. Kommissar Bussard erhält den Auftrag, dort vor Ort sich umzuschauen.  Doch in der Gerichtsmedizin wird der Tod als natürlich festgestellt und so gibt es keinen Ermittlungsgrund. Anders bei dem erschossenen Finanzberater. Leider wird die Liste der Verdächigten immer länger, da Sebastian Klaasen, der Tote, mit seinen beiden anderen Firmeninhabern   Gernot Ahle und  Jörg Grittner  der AGK Gesellschaft Gelder veruntreut hat.
Doch viel mehr macht Bussard das tote Mädchen zu schaffen, das  - wie es in Deutschland so heißt – prekären Wohnsituation lebte. Warum ist das Mädchen mitten in der Nacht bei klirrender Kälte leicht bekleidet dort herumgelaufen?

Mit Kommissar Bussard schafft der Autor es, einen in diesem Krimi zu fesseln, obwohl es hier nicht gerade Spannung gibt. Aber das Buch ist gut aufgebaut und man kann sich gut in die Ermittlungsarbeiten hineinversetzen. Gerade wenn zwei Abteilungen ineinandergreifen. Das Buch ist aufgebaut wie ein guter „alter“ Tatort. Ich sage deswegen „alt“ weil die neueren Tatorte mir nicht so zusagen, aber die alten noch wirklich etwas hatten. Mit Geschick und Verstand schafft es Bussard mit seiner Kollegin  Heidi Peters vom Wirtschaftsdezernat den Fall aufzuklären. Doch was dabei herauskommt ist ungeheuerlich.

"Im Schatten der Wahrheit" ist der 2. Krimi vom Autor. Aber nicht der letzte. Sein neuester Krimi heißt "Kopf oder Zahl". Den Start hat  Kommissar Bussard in "Honigspur". Insgesamt ermittelt der Polizist schon ganze vier mal. Wer seine Krimis kennt, weiß, das auf jeden Cover immer der gleiche künstliche Bach angelegt ist. Ralf Kurz hat mir dazu gerne eine Auskunft geben:
Ich zitiere:
Das wiederkehrende Motiv auf den Covern ist eines der (berühmten) "Freiburger Bächle", die in früheren Jahrhunderten sowohl der Abwasserbeseitigung als auch der Löschwasserversorgung bei Bränden in der Stadt gedient haben, neben dem Münster das Wahrzeichen der Stadt. Bis heute hat sich die Sage gehalten, dass jemand, der versehentlich in ein solches Bächle tritt, einen Freiburger bzw. eine Freiburgerin (im Jargon der Stadt: ein Freiburger Bobbele) heiraten wird.( Auszug aus der Leserunde bei lovelybooks zu "Kopf oder Zahl"
Vielen Dank  dafür. Jedenfalls finde ich das solch ein Cover hohen Wiedererkennungswert haben und ich stehe mit meiner Meinung nicht allein da. 

FAZIT: Die Protagonisten sind sehr realistisch dargestellt mit all Ihren privaten Problemen und Sorgen.  Der Schluss ist ein wenig zu actionreich meiner Meinung nach, tut aber dem Gesamteindruck überhaupt keinen Abbruch.  Der Autor Ralf Kurz hat für dieses Buch gut recherchiert und die Hintergründe erleuchtet und hier ein  Thema aufgegriffen, das uns alle irgendwo angeht und zwar obdachlose Jugendliche. Und dann kommt das Finanzielle noch dazu, wo so viel betrogen und veruntreut wird. Es ist eine Schere zwischen arm und reich.

Stärke:  ein guter Krimi, der sehr lesenswert ist und einen auf gute Ermittlungsarbeiten mitnimmt.
Schwäche: etwas zu actionsreiches Ende

 




Samstag, 15. November 2014

Strobel, Arno - Abgründig



Sommerferien, Abenteuer, zumindest für den 16 jährigen Tim, der sich schon seit langen auf das Bergkamp in Bayern freut. Doch der erste Tag ist recht langweilig und tim hofft, dass es nicht so bleibt. Nichts ist mit dem Bergsteigen, denn erst mal wird im Camp an kleinen Kletterwänden geübt. Was für Anfänger! Dann hat der bergerfahrene, aber angeberische Ralf eine Idee, wie man die Langeweile ändern kann, mit einer heimlichen Bergtour. Schnell ist da eine kleine und völlig unterschiedliche Gruppe von Jugendlichen zwischen 14 und  18 zusammengestellt, die sich nachts heimlich aus dem Staub machen. Was am Anfang als harmlos erscheint, erweist sich dann als Gefährlich. Denn die 7 Jungs und die drei Mädchengeraten dabei in einen schweren Sturm und retten sich in eine Berghütte. Dort aber sitzen sie erst einmal fest. Es kommt zum Streit und am nächsten Morgen ist von Ralf nur noch eine Blutlache da. Tim, der Rolf nicht leiden konnte, ist der Übeltäter, denken die andern 8 verbliebenen. Doch ist er wirklich Schuld an Rolfs Verschwinden?

Es ist Arno Strobels erster Jugendthriller. Und ich finde, das ist ihm gut gelungen. Die Spannung baut sich förmlich beim Lesen auf und auch die Spannung zwischen den Jugendlichen ist spürbar. Jeder misstraut jedem und keiner weiß, an wen man sich wenden soll. Und eine Rettung ist nicht in Sicht....

FAZIT: Dem Schriftsteller gelingt es sehr gut, die Situation dar zu stellen und man fühlt hier förmlich mit. Auch das Unwetter kann man sich bildlich vorstellen. Gut das man in solch einen Fall am warmen Kamin sitzt. Selbst die Gegend, wo die Gruppe unterwegs ist, ist gut und realistisch beschrieben und man sieht die Wanderwege förmlich vor sich.
Ich habe trotzdem nochmal im WWW ein wenig über die Höllentalklamm nachgeschaut. Und mir auch ein paar Bilder angeschaut.  Schon allein, weil ich vorher schon ein Buch über das Höllentalklamm gelesen habe: Höllental von Andreas Winkelmann.  Und da wurde ich halt mal neugierig :-)
Das Cover - da bin ich ein wenig zwiegespalten. Es ist weiß mit schwarzen Blitzen und der Titel in Blutrot gehalten. So finde ich das Cover schon passend, aber vielleicht wäre ein Schatten vom Camp oder der Klamm als Hintergrund passender. 
Trotzdem kann ich  den ersten Jugendthriller von Arno Strobel nur empfehlen – nicht nur für Jugendliche!!

Stärke: ein guter Jugendthriller, der Spannung aufbaut und die Story ist bildlich dargestellt.
Schwäche:--