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Sonntag, 15. Februar 2015

Kuijer, Guus ~ Die Bibel für ungläubige

Wer schon mal die Bibel versucht hat zu lesen, der weiß wie anstrengend das ist. Die Satzzusammenstellung ist oft merkwürdig und verdreht und so recht interessant ist es eigentlich auch nicht. Zumindest mir geht es so. Ich glaub zwar an Gott und denke, das was in der Bibel steht, ist schon wirklich passiert. Aber muss es denn so kompliziert aufgeschrieben sein. Da dachte ich mir doch mal, lese ich halt eine etwas andere Bibel.
Die Bibel für Ungläubige beginnt mit dem Anfang der Erde. Da erzählt uns Gott, wie sie überhaupt entstanden ist und ist selber erstaunt, das alles oftmals so gut klappt. Eigentlich fing ja alles nur mit einen Wort an: GOTT. Aber schnell geht dieses Buch über zur Erzählung von Adam und wie er seine Eva bekam.

FAZIT: Diese Bibel behandelt hauptsächlich das alte Testament, ist aber nicht ganz vollständig. Aber trotzdem kriegt man hier einen kleinen Einblick in dieser Zeit.  Das ganze Buch ist in einer Form von Roman gehalten und der Erzählstil gehört den einzelnen Protagonisten wie z. B. Ham, der Sohn Noahs oder Isaak. Es kommen hier das Thema Sodom und Gomorah vor, wie auch die Geschichte von Hagar, der Sklavin bis hin zu Abraham.
Dieses Buch ist eine einfache Form von der Bibel und lässt auch solche Leute diese lesen, die mit der komplizierten Wortzusammenstellung der richtigen Bibel verzweifeln lässt. Aber wie gesagt, es ist nur ein Auszug der Bibel keine vollst´öndige. Doch trotzdem kann ich diese "Bibel für Ungläubige" nur empfehlen zu lesen. denn es ist schon interessant, was da alles drin steht.
Das Cover finde ich gut gewählt. Es ist braun mit goldender Schrift wie eine echte Bibel. Der Schriftzug "Die Bibel" ist in einfachen Druckbuchstaben gehalten und "für Ungläubige" in Schreibstil. Ich finde das passend und macht schon was her. Zusätzlich gibt es ein goldenes Lesebändchen, das die Seite markiert, wo man gerade aufgehört hat zu lesen.

Stärke: ein gutes Buch über die Bibel und dessen Inhalt in verständlicher Sprache.
Schwäche: ist nicht die ganze Bibel sondern nur ein Teil des alten Testamentes

Wiborg, Susanne ~ Mein Garten, mein Paradies

http://www.suhrkamp.de/cover/640/36143.jpgDas Leben kann so herrlich sein, vor allem wenn man einen eigenen Garten hat, wo man schalten und walten kann wie man will. Und man kann pflanzen, was man will - ohne Vorschriften.
Susanne Wiborg hat dieses und erzählt in ihren Buch von ihren Gärtnerglück und -traum.  Sie sagt von sich selber, das sie spinnt - wie jeder Gärtner eigentlich.
In ihrem Buch "Mein Garten, mein Paradies" erzählt sie von ihrem Gärtnerjahr mit allen drum und dran. Von der Sucht des gärtnerns. Es werden hier Blumen und Kräuter vorgestellt, Obstbäume mit Eigenschaften belegt und der Ärger rausgelassen über Mäuse, Nachbars Fichten. Aber auch Freuden geteilt über die ersten Krokusse, über ein freches Rotkehlchen und dem kommenden Frühling, wo man wieder loslegen kann. Sobald das Wetter wieder zulässt, wird gebuddelt, gegraben und gepflanzt, so dass man sich im Sommer und im Herbst an der schönen Blütenpracht oder Blätterfärbung freuen kann.
Susanne Wiborg lässt nichts aus und es macht echt Spaß, ihr Buch zu lesen. Denn dann bekommt man echt Lust auf das Gärtnern, auch wenn sie oftmals mit kalten und klammen Fingern im Nieselregen die letzten Frühlingszwiebeln im Herbst pflanzt.

FAZIT: Ich habe, nachdem ich das Buch gelesen habe oder vielmehr schon dazwischen, mir gleich Gartenkataloge bestellt. Weil ich auch blühende Schönheiten im Garten haben möchte. Bei der ein oder anderen Geschichte habe ich schmunzeln müssen und zustimmend genickt. Auch Terrier Erbse konnte ich mir so richtig bildlich vorstellen, gerade die Situation mit dem Eichhörnchen. Was mich allerdings ein wenig stört, sind die teilweise Wiederholungen der einzelnen Erlebisse, wie eben das mit dem Eichhörnchen. Die Geschichte wird, zwar etwas verändert, im Buch gleich zweimal erzählt. Aber auch die Story mit Nachbars Fichten wiederholt sich hier. Die einzelnen gezeichneten Bilder finde ich sehr passend in dem Buch.
Dieses Buch macht Lust auf einen Garten und "regt" an ins nächste Gartencenter zu gehen und sich Blumenzwiebeln zu kaufen. Gerade jetzt, wo es draußen stets gefroren ist, denn da hat man schon - wie Susanne Wiborg - eine Vorfreude auf den Frühling. Schließlich kann man die Knollen ja auch vorziehen in der Wohnung. Oder man liest einfach das kleine Büchlein und empfindet auch so Vorfreude auf den Frühling.
Das Cover finde ich auch Frühlingshaft. Ein zartes Grün mit einen belaubten  Baum bzw. die Krone davon. Dort sind viele  Vögel, Insekten und die beiden Hühner drin. Und zum Frühling gehören na klar auch die Blüten, die der Baum hervor gebracht hat. In zarten Rosa.
Ich habe zusätzlich mal einige Pflanzen hier im weiten Netz nachgeschlagen, weil die Autorin so davon schwärmt und ich muss sagen, ich glaub, die ein oder andere werde ich mir vielleicht auch zulegen.

Stärke: ein tolles Buch über ein Gärtnerjahr mit all den Vor und Nachteilen des Gärtnerns
Schwäche: die Wiederholungen der kleinen Geschichten.


Freitag, 13. Februar 2015

Linder, Lilly ~ Was fehlt, wenn ich verschwunden bin



Phoebe ist ein kleines Mädchen. Sie hat eigentlich eine Schwester, aber die ist in eine Klinik. Ihr geht es nicht gut, denn sie ist nichts mehr. Nun ist Phoebe allein zu Hause mit ihren Eltern und dem Hund Fork. Sie vermisst April so sehr,  dass sie ihr viele Briefe schreibt. Doch April antwortet nicht.
Denn April ist sehr krank und leidet an Magersucht. Phoebe kennt diese Krankheit nicht, will diese aber verstehen. Die Eltern sind entweder nur am Schreien oder reden gar nicht mit Phoebe. Schon gar nicht über die Krankheit. Dabei hat Phoebe so viele Fragen, die sie nun per Brief an April ihrer Schwester schickt. Außerdem denkt Phoebe viel über das Leben und die Worte nach. Wir April wieder gesund und kommt nach Hause, so wie Phoebe es sich so sehr wünscht. Denn ein Winter ohne wiederkehrenden Frühling ist wie ein Frühling ohne April – und damit meint Phoebe nicht nur den Monat.

Dieses Buch ist sehr sensibel und zeigt die verletzte Seele eines kleinen   10  jährigen Mädchen. Sie vermisst ihre 16 jährige Schwester sehr und versteht nicht, wer denn diese Freundin Ana ist, die April da hat. Sie weiß nur, dass sie böse ist und es nicht gut meint mit April. Beide Mädchen sind überklug und so stellt Phoebe immer wieder Fragen an ihre Eltern. Diese durch die Krankheit von April es schon überfordert, sind von der ewigen Fragerei und Hinterfragerei ihrer kleinen Tochter genervt. So bleibt Phoebe allein mit ihren Gedanken, Sorgen und Ängste für ihre Schwester. Einzig allein der Hund Fork steht an ihrer Seite und ist immer für sie da.
Dieses Buch ist ein Buch voller Gefühle und Gedanken. Es ist sensibel und traurig. Aber auch voller Lebensfreude und Sonnenschein. Doch es warten immer die dunklen Wolken am Rande der Seite. Phoebe ist völlig alleingelassen mit ihren Gedanken – Gedanken über Ana über Worte und Wortspielereien. Die Eltern können oder wollen ihrer überklugen Tochter nicht helfen. So haben sie schon vor langer Zeit auch bei April versagt, die auch überklug ist.

FAZIT: Dieses Buch nimmt einen mit auf eine Reise, die so voller Leben und Trauer ist. Und das schlimme daran ist, es ist so oft das reale Leben, was hier beschrieben wird. Hilfeschrei e werden so oft in der heutigen Hektomatenwelt überhört. Dieses Buch ist ein einziges Zitat an das Leben und das Gelebte. Dieses Buch nimmt einen gefühlsmäßig mit auf Höhen aber auch auf die tiefsten Tiefen.
Ich bin der Meinung, dieses Buch sollte ein Muss für alle Schulen werden. Denn gerade Jugendliche  - nein sogar Kinder sind am anfälligsten als Freunde von Ana.
Das Cover ist himmelblau, wie ein schöner Wintertag oder ein Apriltag. Um den Ich sind ein Haufen Vögel, die sich nach und nach von der Gruppe lösen und wegfliegen. So als wollten sie sich auflösen.

Stärke: beschäftigt sich mit einer Krankheit, die heutzutage an der Tagesordnung ist. Zeigt die Hilflosigkeit der Menschheit an.
Schwäche:


Vielen Dank an den Fischerverlag, an lovelybooks und an Lilly Lindner, das ich das Buch vorweglesen durfte.

Anwander und Vierich ~ Praterglück



Eine Imbissbude, ein Österreicher und ein Berliner – was kommt dabei raus. Richtig eine lustige Geschichte, die kriminelle Formen an sich hat.
Der Imbiss Praterglück steht in Wien.  Tante Herta hat diese Bude ihren beiden Neffen Paul aus Berlin und Balthasar- waschechter Wiener – überlassen und zieht sich aus dem Geschäft zurück. Doch noch immer hat sie ihre Finger im Spiel.  Da Paul und Balthasar in Schichten arbeiten, kommunizieren sie nur per Zettel, Email oder SMS. Am Anfang beschimpfen beide sich noch heftig, doch mit der Zeit wachsen sie beide brieflich zusammen und schmieden den Plan ihre Tante ins Jenseits zu befördern. Doch erstens kommt es anders, zweitens wie man denkt….
Diese Krimi Groteske wie es hier heißt, sollte lustig sein. Doch ganz ehrlich mir fehlt hier ein wenig der Humor. Die Beschimpfungen untereinander sind schon etwas heftig und so ganz kann ich mich in die Protagonisten nicht hineinversetzten.  Aber lustig sind die Briefe auf ihre Art schon. Diese sind immer mit einer kleinen Überschrift versehen, wo drauf steht, auf welchen Zettel die Notiz gemacht ist. Z. b. ausgerissene Ringbuchseite 28. Mai, Rückseite Lieferschein oder Post It 4. Juni.  Auch kommt hier hervor, dass sich oftmals die Österreicher und die Deutschen nicht so grün sind.
Dann wechseln die Stimmungen und die geschriebenen Notizen sind als Textdatei oder SMS abgespeichert und es wird nicht mehr so viel beschimpft.  Der Schluss ist echt überraschend und hat mir echt gefallen.

FAZIT: Ein etwas kurioser Krimi, dem aber der Humor und auch die Spannung fehlen. Mir persönlich ist dieses Buch zu fade und mir fehlt hier was. Die Story ist ein wenig zu reißerisch und die Protagonisten sind mir nicht ganz so sympathisch. Das Cover allerdings ist gut gewählt: Eine halbe Imbissbude auf himmelblauen Hintergrund. Das Pommesgäbelchen ist mit Ketchup versehen und unterstützt unterhalb den Titel wo auf dem Letzen Teil sich zwei Tauben niedergelassen haben. Schön wäre es gewesen, wenn das Schild bei der Bude nicht den Schriftzug „Imbiss“ gehabt hätte, sondern „Praterglück“

Stärke: kurioser Zetteldialog zwischen zwei Brüdern
Schwäche: Die Geschichte ist ein wenig zu reißerisch als Krimi
Vielen Dank an den Autoren Wnwander und Vierich, an Vorablesen und an den Atlantikverlag, das ich das Buch vorablesen durfte.

Bühler - Martin ~ Grenzwertig



Die meisten Frauen wünschen sind Kinder. Und viele bekommen auch Kinder. Aber manchen ist dieser Wunsch entsagt. Entweder weil es die Lebensumstände nicht zulassen, weil sie nicht schwanger werden oder weil sie eine homosexuelle Beziehung führen. Aber auch behinderte Frauen ist es oft entsagt, den Kinderwusch zu erfüllen. So auch Franziska, dabei sehnt sie sich sehr nach einen eigenen Kind. Doch sie sitzt im Rollstuhl. Helfen kann ihr da nur Martin Bühler, der als privater Samenspender arbeitet. Franziska setzt sich mit ihm in Verbindung und „angiert“ ihn. Doch Martin reagiert vorerst mit Skepsis. Aber er sieht auch, wie entschlossen Franziska ist. Wird Martin seine Zweifel ausschalten und dem Wunsch Franziskas nachgeben. Schließlich ist Behinderung und Mutter  ein Tabuthema.
Martin Bühler schreibt in seinen Buch über den Wunsch Franziskas, über seine Zweifel und seine Skepsis. Aber er hinterleuchtet die andere Seite von einer behinderten Frau. Auch das sie ganz normalen Kinderwunsch hat. Er unterhält sich viel und intensiv mit Franziska und stellt fest, dass auch sie eine gute Mutter sein kann.

FAZIT: Es ist ein einfühlsames Thema über einen ganz normalen Wunsch einer Frau. Martin Bühler zeigt hier die positive aber auch die negative Seite von einer behinderten Mutter auf. Und doch versteht er Franziska voll und steht hinter ihr. Er geht mit ihr den Weg. Ich persönlich verstehe echt nicht, warum es ein Tabuthema ist, denn ich finde, auch behinderte Frauen sind wundervolle Mütter. Warum sollen sie nicht schwanger werden. Das gleiche wäre ja, wenn eine gesunde Mutter plötzlich einen schrecklichen Unfall hätte und dann im Rollstuhl säße. Müsste man dann die Kinder wegnehmen, weil sie – die Mutter – nicht mehr fähig ist, sich um die Kinder zu kümmern? Für mich ist es ein ganz normaler Wunsch einer Frau – egal ob behindert oder nicht behindert. Deswegen finde ich es gut, das Martin Bühler darüber ein Buch herausgebracht hat, welches dieses Thema behandelt und zeigt, das ich mit meiner Meinung nicht allein da stehe.
Im Anschluss zur Gesichte von Franziska erzählt der Autor noch ein wenig über seine Arbeit als Privater Samenspender und seine Erlebnisse.

Der Autor hat schon einige Bücher geschrieben. Mehr über den Schriftsteller findet Ihr auf seiner Homepage: Martin Bühler

Stärke: ein brisantes Thema über ein Tabu.
Schwäche:
 
Vielen dank an lovelybooks, an den Autor Martin Bühler. das ich das Buch vorweglesen durfte.

Donnerstag, 5. Februar 2015

Krist, Martin ~ Engelsgleich



Berlin – eine Stadt mit vielen Facetten. Da pulsiert das Leben oder eben auch der Tod. Auf ein abgewracktes Fabrikgelände wird die Leiche eines Mädchens gefunden. Hauptkommissar Paul Kalkbrenner und seine Kollegen ermitteln in diesem Mordfall. Das ganze Gelände wird abgesucht und auch die Kloakebecken, die sich darauf finden. Und diese verbergen das Grauen: 11 Kinderleichen werden dort rausgefischt.
Des Weiteren meldet Juliane Kluge ihre Pflegetochter Merle als vermisst. Merle ist nicht ganz einfach, doch Juliane ist überzeugt davon, dass sie nicht weggelaufen ist, wie alle behaupten. Auch die Lebensgefährtin Yvonne glaubt nicht an ein Verbrechen.
Und dann ist ja noch der Selbstmord von Patrik Cerny, den es gilt aufzuklären. Warum hat er sich selber erhängt?
Die Ermittlungen laufen schleppend. So richtig kommt Kalkbrenner und sein Team nicht voran und sie kommen immer wieder in eine Sackgasse.
Als weiterer Handlungsstrang ist die Geschichte um Markus, den Dealer. Er will ganz hoch hinaus und setzt damit einiges auf dem Spiel. Wird er es schaffen, den obersten Boss von der Drogenmafia zu überzeugen und seine rechte Hand zu werden?

FAZIT: Dieser Krimi ist von Anfang an spanenden und fesselnd zu gleich. Die einzelnen Handlungsstränge – insgesamt drei Stück: die Ermittlungen, dann Markus Handlung und die Suche nach Merle - laufen immer wieder irgendwie zusammen und och haben die nichts miteinander zu tun. Diese ganze Story ist in dritter Form geschrieben, nur die Suche nach Merle von der Pflegemutter Juli ist in Ichform. Das macht die Sache irgendwie besonders.
Die Story selber ist rasant geschrieben. Die einzelnen Protagonisten gut dargestellt und auch soweit realistisch. Ob sie mir dadurch sympathisch oder weniger symphytisch sind ist dargestellt. Also Juli war mir gar nicht symphytisch. Gut, sie war hartnäckig, aber trotzdem. Auch Markus ist mir nicht so sehr ans Herz gewachsen. Dagegen Kalkbrenner und Sera mag ich gerne. Die beiden passen irgendwo gut zueinander. Die Geschichte ist gut erzählt und man kann sich gut darin hineinversetzten. Gerade was es mit Tschechien und so auf sich hat, ist gut recherchiert worden finde ich. Die Spannung wird hier auf jeden Fall gehalten und lässt keine Minute nach.                    
Das Ende allerdings finde ich ein wenig verwirrend und meiner Meinung nach bleibt die eine oder andere Frage offen.  David Gross ist doch schon in Drecksspiel aufgetreten. Warum tritt er hier als „neue Person“ auf? Dreckspiel habe ich übrigens noch nicht gelesen.
 Aber das Buch "Mädchenwiese" habe ich gelesen!
Mädchenwiese

Stärke: durch die verschiedenen Handlungsstränge bleibt die Spannung hier auf konstanter Form
Schwäche: bisschen offenes Ende.