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Donnerstag, 28. Mai 2015

Smith, Keri ~ Kalender für kontrolliertes Chaos



Der Kunstmann Verlag hat einen Kalender herausgebraucht. Präsentiert von Keri Smith.   Doch dieser Kalender ist nicht wie alle anderen Kalender, sondern ein ganz besonderer Kalender. Es ist ein Kalender für kontrolliertes Chaos.   Dieser Kalender ist ein Buch für alle Tage, für die Ideen, listen und Geistesblitze die ein Mensch so hat.  Hier muss man seine Woche selber eintragen.    Und jede Woche ist anders gestaltet. Jede Woche erwartet einen eine neue Überraschung.
Man kann hier Minilisten erstellen, oder einfach mal eine Tagebuchseite beschriften. Wenn einen dann gar nichts mehr einfällt, kann man sogar einen Elefanten oder einen Wal beschriften. Auf eine andere Seite wird man aufgefordert, ein paar Geistesblitze festzuhalten. Man kann, muss aber nicht.  Dazu wird noch angemerkt: Eigentlich kannst Du hier hinschreiben, was immer du willst. Es ist ja Dein Buch. Das eine Mal kann man was in Regentropfen schreiben, das nächste Mal ist die Sonne dran oder gar eine Hand. Dieses Buch lässt somit dem Schreiber freie Hand, was er mit dem Buch anstellt.

FAZIT: Es ist ein Kalender, der schon chaotisch ist, aber auch sehr phantasiereich. Man kann diesen Kalender selber gestalten und hat trotzdem ein klein wenig so eine Richtlinie. Die Aufmachung des Kalenders erinnert mich ein wenig an Comic oder Graffiti.  Das Hellblau, was hauptsächlich für das- Cover gewählt worden ist, finde ich gut. Dann ein weinrot für die Umrandung du für den Titel. Dieser ist in einer weißen Sprechblase gehalten.  . Wie sagt das Titelbild hier: Recherchen, Tagebuch, Einträge, geheimer Platz, zum Abreagieren und ausprobieren, Sachen zum merken und Sachen zum Abhaken. Besser hätte ich dienen Kalender für kontrolliertes Chaos auch nicht beschreiben können. Die handliche Größe ist gut gewählt, Din A6 ist eine passende Größe für ein Allroundkalender, meiner Meinung nach. Ich kann diesen tollen Terminplaner nur wärmstens empfehlen. Weil, so hat man alles im Griff, auch wenn das Chaos manchmal überhandnimmt. Alles andere als  langweilig.

Ich danke dem Kunstmann Verlag für das Rezensionsexemplar
 
Stärke: Ein toller Kalender, der zwar eine Richtlinie hat, aber doch zum Selbergestalten ist.
Schwäche:



24 Stunden 24 Autoren



Das Grandhotel am Kürfürstendamm ist eine renommierte Adresse für Leute der etwas erhobeneren Klasse. Leiterin ist die toughe Marlene K. Paul. Das Hotel ist diesmal ausgebucht, denn es findet u. a, eine Tagung von Kriminalisten. Aber auch ist hier eine Footballmannschaft aus Amerika untergebracht, die in Berlin ein Freundschaftsspiel haben. Dieses soll der Profifußballer Max Hofer eröffnen. Doch dieser ist unauffindbar, spurlos verschwunden. Aber nicht nur das passiert hier und heute in dem Grandhotel, nein ein Mann stürzt aus dem Fenster zu Tode, es kommt zu einer Schießerei und geheime Gesellschaften treffen sich im Geheimen. Also ein ganz nicht normaler  Tag im Grandhotel. Doch wie hängen die einzelnen Geschichten zusammen und wird man erfahren, was dort an diesem einen einzigen Tag geschehen ist und warum?

Der Krimi  „24 Stunden – 24 Autoren“ ist ein vielsichtiger Roman. 24 verschiedene Autoren haben ihre Geschichten hier vereint, alle zusammen und doch jeder für sich. Jede Stunde ist einem anderen Autoren gewidmet. So kommt es, das dieser Krimi – weil im Grunde er ja doch einer ist – viele verschiedene Facetten hat und nicht nur kriminalistisch ist. Da steckt dann auch mal eine Liebesgeschichte mit drin oder man wird entführt in eine andere Welt. Der Humor kommt hier auch nicht zu kurz. Und jeder der Autorinnen und Autoren hat in seiner Stunde seine Hauptfigur von den eigenen Büchern miteingebunden. Dadurch bleibt dieses Buch spannend und lesenswert und verliert  nicht an Interesse. Einzig allein die Hotelmanagerin Marlene und das Grandhotel ist der rote Faden in diesem Roman.  Der Lesefluss ist hier auf jeden Fall garantiert und auch sprachlich ist das Buch total auf einander abtgestimmt.

FAZIT: Dieser Roman ist für mich bisher einzigartig gewesen, denn solch eine Form habe ich noch nicht gelesen. Auf seine Art ist er spannend, denn man will immer wissen, wie es weitergeht und was jetzt für eine Genre kommt. Gut, die ein oder andere Geschichte hat mir nicht ganz so zugesagt, wie z. B. Science Fiction oder die Geschichte mit den anderen Wesen (13. Uhr Hannah Siebern). Aber das tut dem Gesamteindruck des Buches überhaupt kein Abbruch.  Ich kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen und hoffe, dass es solch eines nochmal gibt.
Im Vorwort wird erklärt, wie dieses Buch entstanden ist. Finde ich sehr interessant. Als Abschluss wird gerätselt, ob dieses Experiment gelungen ist. Ich finde, es ist mehr als gelungen!
Im Anschluss der Story findet man Informationen zu den einzelnen Autorinnen und Autoren. Diese sind Alphabetisch geordnet und ich habe mich am Anfang erst ein klitzekleines bisschen schwer getan, da ich immer nach Uhrzeit gesucht habe. Auch die Bücher von den jeweiligen Schriftstellern sind dort verzeichnet  einschließlich einer Webadresse. Das finde ich gut, so kann man sich noch zusätzlich Informationen holen. Auch eine Emailadresse ist dort, wo man den Autorinnen und Autoren auch eine Nachricht zukommen lassen kann. Das werde ich tun und dieses Buch loben. Denn ich finde, es war bzw. ist ein gutes Experiment, wo ich gerne mehr haben von möchte!!
Das Cover ist sehr gut gewählt. Da die Geschichte sich in einen Grandhotel abspielt, hat man als Coverbild einen Türknauf gewählt, an dem ein Schild hängt mit dem Titel „24 Stunden, 24 Autoren“. Alles ist in einen Grauton gehalten, nur eben der Türgriff in Gold und das Schild in blutrot. Dazu kommt oben linkt noch ein Teilhandabdruck in blutrot. Sehr passend, finde ich.

Ich danke  Elke Bergsma für das Rezensionsexemplar.

Stärke: ein gelungener „Experimentier“ Roman, der einen fesselnd und super gelungen ist.
Schwäche:

          Extrapunkt für dieses tolle Experiment


wer mehr darüber wissen möchte, schaut einfach mal hier

Burgard Li - Das Locken des Bösen


Im Wald von Bochum wird eine Leiche gefunden. Kommissarin Anna Weber   bekommt die Leitung  bei der Suche nach dem Mörder.  Leider muss Anna da auch gegen ihre beste Freundin Elke ermitteln. Denn diese musste erst mal ein wenig Abstand von der Trennung ihres Freundes bekommen und hat sich zu Meditationsübungen bei einem Verein angemeldet, der den Namen trägt. Tempel der universellen Energie.  Doch nach beängstigen nachts stattfindenden Sessionen hat Elke Gedächtnislücken und bekommt ständig furchteinflößende Flashbacks. Was haben die mit dem Leichenfund zu tun?  Und was hat es mit der geheimnisvollen Sekte auf sich? Und dann gibt es einen zweiten Toten….

Der Thriller, so wie er sich nennt, ist ein sehr guter Krimi. Für den Genre Thriller fehlt hier was. Aber die Geschichte ist gut erzählt. Die Sicht ist aus zwei Perspektiven, einmal von der Kommissarin und dann aus der Sicht von der Sekte.  Spannung gibt es hier auch und dieser Krimi ist so geschrieben, das man nicht voraus ahnt, was noch alles passiert. Auch die persönlichen Eigenschaften der mitwirkenden Protagonisten sind hier gut herausgeholt und sinnvoll eingesetzt.
Und jeder der Protagonisten ist realistisch und gut dargestellt, so dass man sich gut in diese hineinversetzen kann.  Allerdings finde ich hier die Sekte etwas zu „brav“ dargestellt. So richtig kommt die Sekte nicht ganz rüber.
Nun kommt aber auch ein wenig das negative und zwar die ganze Aufmachung des Buches an sich. Hm, wo fange ich an. Also was mich stört ist der Wortabstand. Dieser wechselt ständig von normalem Abstand bis zu geweitet.  Dann die Aufmachung der einzelnen Kapitel. Alles so formlos, da kommt Kapitel 4 und paar Seiten Kapitel 5. Unterschieden wird dieses nur durch den Fettdruck und etwas größere Schrift. Die Überschrift lapidar 5. Kapitel in Klammern Samstag, die Tote im Wald). Also ich finde, das kann man besser machen. Genau wie das Cover. Hm, was sagt mir das Cover? Nichts, absolut nichts! Dunkel ist es und im Hintergrund ist ein „Schachbrettmuster“ mit farbigen Details. Völlig unzusammenhängend mit dem Titel „Das Locken des Bösen“. Die Schriftart finde ich gut gelungen, sie spiegelt und ist in eine Art Schreibschrift. Ich finde, der Stil passt zu Titel – so unschuldig und doch lockend.  Der Titel passt auch zur Story, weil ja doch eine Sekte so unschuldig Menschen anlockt und sich dann oftmals als Böse herausstellt. Aber das Cover Bild, da muss dringend dran gearbeitet werden.  Vielleicht hätte man eine Person in einer Kutte so als Schatten darstellen können, die in einen großen Saal oder im Wald steht.

FAZIT: Trotzdem kann man diesen „Thriller“ gut empfehlen. Der Lesefluss ist leicht und es man kommt gut rein in die Story. Man kann sogar ein wenig darin versinken und vergisst dann die Welt, weil man unbedingt wissen will, wie es weiter geht mit Elke und der Sekte.  Dieser Krimi – so wie ich ihn nenne- hat zwar seine Ecken und Kanten, aber  er ist trotzdem sehr gut und ich kann ihn wärmstens empfehlen für ein kurzweiliges fesselndes Lesevergnügen.
Ich danke der Autorin Li Burgard für das Rezensionsexemplar.

Stärke: ein guter fesselnder Krimi
Schwäche: die Aufmachung. 


Dienstag, 19. Mai 2015

Blackhurst, Jenny ~Die stille Kammer



Susan Webster ist gerade aus dem Gefängnis entlassen wurden. Dort hat sie 4 Jahre wegen Mordes an ihren kleinen Sohn Dylan eingesessen. In dieser Zeit hat sie sich mit Cassie angefreundet und so ist es auch mit ihr geblieben. Nun lebt Susan unter anderen Namen in einen Vorort von England. Doch jemand weiß von ihrer Vergangenheit und macht ihr das Leben schwer. Doch sie hat keinerlei Erinnerungen an den Abend, wo sie ihren 3monatigen alten Sohn erstickt haben soll. Als ihr Fotos von einen Kind zugespielt werden, der wie ihr Dylan aussieht, weiß sie, dass Ihr Sohn noch lebt und sie ihn nicht getötet hat. Auf eigener Faust sucht sie nach ihren Sohn und macht dabei schreckliche Entdeckungen. Alles hängt mit einem Verbrechen vor zwanzig Jahren zusammen, das auf einem Elite College in Norden England passiert ist. Und auf dieser Schule ist auch ihr Exmann Marek gegangen. Was hat dieses Verbrechen mit dem Tod von Dylan zu tun?
Dieser Thriller  beginnt mit einem Schreiben von Susann an die Bewährungskommmission im Januar 2013. Danach beginnt das eigentliche Buch im April 2013. Es erzählt die Geschichte von Susan Webster, die angebliche Kindsmörderin.  Doch Susan ist voll überzeugt, dass ihr kleiner Sohn Dylan noch lebt und tut alles dafür dieses zu beweisen. Dabei deckt sie nach und nach ungeheuerliches auf. 

FAZIT: Der schreibst ist flüssig gehalten und die Erzählungen von Susan in Ich Form. Zusätzlich kommen immer wieder Rückblendenden von der Zeit, wo ein Schüler der Elite Schule die Geschichte erzählt. Jack. Er ist der Boss einer Clique und hat das Sagen. Alle anderen ordnen sich ihm unter. Als er einen Jungen mit dem Namen Shakespeare in die Gruppe holt, stößt dieses nicht gerade auf Begeisterung.
Die Protagonisten sind recht gut dargestellt, auch wenn sie mir nicht so 100% sympathisch sind. Viele haben irgendwas zu verbergen. Einzig allein Cassie ist mir sehr sympathisch.
Der Thriller ist aufgebaut, so dass sich die Spannung nach und nach aufbaut. Am Ende kommt das große Finale und ich gestehe, es ist etwas langatmig. Aber die Idee die dahinter steckt, ist schon gut, gerade an so Elite Schulen gibt es immer so die ein oder andere Clique mit Vergangenheiten.
Das Ende selber ist überraschend, denn so hat man überhaupt nicht damit gerechnet.
Von der Schriftstellerin Jenny Blackhust gibt es bisher noch keinen Thriller und ich finde, der erste ist ihr schon ganz gut gelungen. Nur das Cover passt nicht ganz so zur Story.  Es wird nicht aufgeklärt, was es mit dem Titel „Die Stille Kammer“ auf sich hat und was der Schmetterling auf dem Titelbild soll. Zeigt er die Unschuld?
Ich danke Bastei Lübbe für das Bereitstellen des Manuskriptes und des Buches.

Stärke: ein spannender Debütroman
Schwäche: ein wenig das zu langatmige Ende


Donnerstag, 14. Mai 2015

Stephan, Serin ~ Musstu wissen, weisst'Du!



Stephan Serin ist Referandat und will eines Tages mal einen festen Job als Lehrer haben. Vorher sammelt er Erfahrungen an verschiedenen Schulen als Lehrervertretung an verschiedenen Berliner Schulen.  Was er alles da erlebt, hat er nun aufgeschrieben. Und das ist manchmal kurios aber auch manchmal echt traurig. Hinzu kommen ein paar seiner privaten Erlebnisse. Stets bemüht die Autorität zu wahren kämpft Stephan sich durch die Referandatzeit.

Dieses Buch zeigt, wie es an den meisten Schulen heutzutage zugeht. Und das das Lehrerdasein wahrlich kein Zuckerschlecken mehr ist. Gerade in der Zeit mit vielen Immigranten und sozial schwachen Schülern haben es die Lehrer nicht leicht und doch sind sie stets bemüht. ihren Schülern was beizubringen. Allerdings ist dieses nicht immer einfach. Die notorischen Zuspätkommen haben bemerkenswerte Entschuldigungen parat und ganz zu schweigen von dem einfallsreichen Spickversuche. Außerdem kommen hier noch Sprach und Verständigungsprobleme hinzu
Stephan Serin hat diese Jahre eigentlich recht gut gemeistert und beschreibt hier in diesem Buch seine Anfangsjahre als Lehrer. Und den Versuch, den Schülern und Schülerinnen was bei zu bringen.

FAZIT: Das Buch hat schon einen gewissen Humor, allerdings sollte man sich hier vor Auge halten, das es eigentlich ein tagtägliches Erlebnis an Berliner (Frankfurter oder sonstigen Problemgegenden) ist. Es herrscht Gewalt, Gelangweiltheit und Gleichgültigkeit. Dazu kommen noch Verständigungsprobleme. Als Lehrer ist es gewiss nicht einfach an solchen Sekundarschulen zu unterrichten und ich denke, man kann teilweise die Lehrer verstehen, wenn sie Burnout bekommen oder einfach die Lust verlieren. Teilweise ist das Buch für mich einfach nur traurig gewesen, wie weit es teilweise so gesunken ist, die Bildungswilligkeit. Vielen ist es scheinbar egal, ob sie einen Beruf erlernen oder nur Hartz IV beziehen.
Das Cover ist witzig gestaltet. Es zeigt eine Zeichnung, wo ein paar Schüler den Lehrer die Tür zuhalten und nicht ins Klassenzimmer reinlassen wollen. Sie lachen und haben sichtlich viel Spaß dabei. Auch ist das Buch gespickt mit solch lustigen Zeichnungen. Am Ende jedes Kapitels ist ein kleiner Dialog dargestellt. Witzig und richtig zum Abschluss jeden Kapitels.
Dieses Buch macht teilweise nachdenklich und man überlegt, wo soll das hinführen.

Stärke:  Ein witziges Buch über den Alltag eines Lehrers an einer Berliner Sekundarschule
Schwäche: Eigentlich traurig unsere Schülergesellschaft.