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Freitag, 1. Januar 2016

Roth, Nadja ~ Märchenblut



Schifferstadt eine kleine Stadt in  Rheinland-Pfalz. Elenora, genannt Elli, hat sich von Köln  in die kleine Stadt versetzten lassen, da ihre Beziehung mit Michael in die Brüche gegangen ist. Gleich zu Beginn ihrer Arbeit wird sie und ihre Kollegen  mit brutalen Frauenmorden konfrontiert. Und jedes Mal hinterlässt der Mörder ein Zitat aus eines der Grimm’schen Märchen. Elli und ihr Team, bestehend aus Adam Flick, Dr. Tom Brunner, Evi und Willi – kommen dem Serienkiller nur langsam näher, aber trotzdem gerät Elli dadurch auch ins Fadenkreuz des Psychopathen.  Was bezweckt der Mörder und warum tötet er im Stil von den Grimms Märchen?  Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, denn überall tauchen die Zettel mit den Zitaten auf.

Dieser Thriller ist eigentlich recht gut. Die Protagonisten sind soweit ganz gut dargestellt. Elli hat sich in der letzten Zeit körperlich was gehen lassen und hadert dadurch mit ihrem Schicksal. In diesem Buch wird sie oft von Selbstzweifel geplagt und irgendwann nervt es schon ein wenig.  Adam Flick ist ein Familienmensch und junger Vater. Er versucht oft, Kinder und Job unter einen Hut zu bringen. Das ist recht realistisch und ich kann mir die Schwierigkeiten dabei gut vorstellen.

Aber auch den  Laufburschen Müller,. Dr. Thomas,  Brunner  und der Choleriker Steiner sind hier charakterlich gut beschrieben und haben alle ihre eigenen Persönlichkeiten. Die handlungsorte sind bildlich gut beschrieben. Gerade den Wald von Schifferstadt kann man sich gut vorstellen und auch das Haus von der Freundin Jessica, wo Elli zurzeit wohnt.
Hauptsächlich wird aus der Sicht von Elli erzählt.  Aber auch der Täter kommt hier zur Sprache und dann ein Ich Erzähler, der aus der Vergangenheit von den Erlebnissen im Kinderheim spricht.
Schifferstadt
Schifferstadt.de
Der Schreibstil ist soweit flüssig. Was mich persönlich hier für einen Thriller fehlt, ist die Spannung. Teilweise ist dieser „Thriller“ vorhersehbar und man weiß, bzw. ahnt, was als nächstes kommt.  Auch wie oben schon genannt, stören mich die ewigen Selbstzweifel von Elli und das ständige vergleichen mit anderen Frauen.  Wie bei Erstlingsromanen habe ich hier zwei kleine Fehler entdeckt, die das Buch aber keinesfalls mindern.  Das sollte man bei der zweiten Auflage beachten :-) Das Ende war ein wenig zu dramatisch, zu psychopathisch und ein wenig zu langwierig.  Aber trotzdem ist hier auch ein Überraschungsmoment eingebaut, auch wenn man vielleicht schon eine kleine Ahnung hatte. Das finde ich gut. 

Übrigens ist Schifferstadt ein historisches Städchen mit viel Geschichte. Z.B  die des Goldenen Hut von Schifferstadt. Und was ich ganz persönlich interessant finde, ist, dass Sciffestadt" im 6. Jahrhundert entstanden ist aus einem fränkischen Königshof. Da ich selber in Frankenland lebe (Unterfranken) ist dies ein interessanter Aspekt für mich.

 Das Cover – hm ja, es ist gut, keine Frage. Man sieht einen Wald bzw. die Äste von Bäumen, einen blutigen Teilhandabdruck und als Hintergrund Haut? Jedenfalls sieht es für mich wie Haut aus. Mir gefällt das Cover sehr gut.
Das Buch ist beim BoD Verlag erschienen und gibt es auch bei den großen Versandbuchhandlungen zu kaufen.

FAZIT: Ein durchaus solider Erstlings Thriller von der Schriftstellerin Nadja Roth. Die Spannung fehlt mir hier ein klein bisschen für einen Thriller. Die Handlungsweise – so blutig, spricht für einen Thriller. Jedenfalls ist dieser Thriller, falls es einen zweiten Teil gibt, noch etwas ausbaufähig.