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Montag, 1. Februar 2016

Gabriele Nicoleta ~ Das Gift der Narzisse



Gabi ist das ungeliebte Kind, das die Mutter nie gewollt hat. Und das bekommt sie ständig zu spüren.  Dagegen ihr Bruder Toni wird von Mutter Leni verwöhnt und behütet. Er darf alles und sie glaubt ihn alles, auch wenn er log. Einzig allein ihre Oma Resi und ihre Tante Anke halten zu ihr, können ihr aber auch nicht von den Demütigungen der Mutter fern halten.  Ein Leben lang quält sich Gabi mit dem Wissen, nicht gewollt zu sein und leidet unter den ständigen Demütigen, Spott und Hass ihrer Mutter. Erst durch ihren zweiten Mann Christian steht ihr bedingungslos zur Seite und durch ihn erkennt sie die Krankheit der Mutter. Doch wird sie es nun endlich schaffen, sich gegen die Mutter zu wehren und sich endlich durchzusetzen.
Das Gift der Narzisse von Gabriele Nicoleta ist ein Tatsachenbericht über eine Narzisstische Mutter, die ihre Tochter mit ihren Demütigungen, Hass und Spott langsam deren Seele vergiftet. Gabi zweifelt ständig an sich selber und fühlt sich nicht wert. Tief beschreibt sie die Gemeinheiten von ihrer Mutter und deren verbreitete Lügen. Egal was Gabi macht, es ist immer falsch und gelogen. Auch die Liebe, die sie sich sehnlichst wünscht, bekommt sie nie. Nur seelische Schläge. Als sie dann ihren ersten Mann kennenlernt, glaubt sie nicht daran, dass jemand sie lieben könnte, schon gar nicht bei ihren zweiten Mann.
 Gabi beschreibt in diesem  Roman die ganze Tiefe einer Narzisstischen Person und deren Verhalten. Viel zu spät erkennt dann Gabi was wirklich mit ihrer Mutter los ist.
Im Letzen Teil wird sie ausführlicher und beschreibt die Symptome der Narzissmus und nennt gleich Beispiele anhand ihrer Mutter in deren Verhalten.
Das Buch, welches 384 Seiten lang aus der Sicht von Gabi geschrieben wird, beschreibt ausführlich die Kindheit und das Erwachsen werden von ihr. Aber auch als sie schon ein selbständiges Leben führt leidet Gabi unter ihrer Mutter Leni. Selbst nach ihren Tot kommt sie nicht zur Ruhe. Am Anfang hat man noch viel über die Tante Anke gelesen und wie sie Gabi beigestanden hat, doch umso weiter  das Buch geht, umso mehr geraten die Verwandten in den Hintergrund. Was ich bei Anke nicht so verstehe, wo sie doch so ein gutes Verhältnis zu Gabi hatte und wusste wie sie unter ihrer Mutter litt. Warum steht sie nicht oft auch im Erwachsenen alter ihr zur Seite? Und überhaupt, gerade Anke und die Oma Resi wussten doch von der seelischen Misshandlung. Warum haben sie nichts unternommen?  Genau wie die Kindergartenschwester. Das geht mir echt gesagt nicht in den Kopf rein. Gut, in den 60 Jahren hat man sich vielleicht noch nicht so in Familienangelegenheiten eingemischt, aber trotzdem finde ich es etwas schade, dass nichts unternommen wurde.
Gabriele schreibt viel über ihre seelische Misshandlung und gerade in der zweiten Hälfte des Buches sind viele Wiederholungen, von dem was ihr angetan wurde. Und sie kommt nicht von ihrer Mutter los, trotz der vielen Demütigungen. Gabriele kommt mir vor wie eine geschlagene Ehefrau, die immer und immer wieder zu ihren Ehemann zurückkehrt. Ich verstehe auch Christian, ihren zweiten Ehemann nicht, der das zulässt, dass die Mutter ihre erwachsene Tochter weiterhin seelisch misshandelt. Aber ich glaub auch, dass eine „normal“ aufgewachsener Mensch das nicht so versteht, genau wie man eine geschlagene Ehefrau man nicht versteht. Trotzdem fand ich es zuletzt ein wenig nervig, ewig davon zu lesen und ich finde, man hätte das Buch auch gut um 100 Seiten kürzer machen können und trotzdem alles sagen.
FAZIT: ES ist ein guter Einblick in eine kranke Persönlichkeit, die ihr Kind seelisch misshandelt. Aus der Sicht des Opfers, was so eindringlich nicht oft vorkommt. Trotzdem finde ich das Buch im Letzen drittel recht zäh und ich kann oft nur den Kopf schütteln, das Gabi es immer und immer wieder zulässt , sich demütigen zu lassen und auch ihre Kinder dann  der seelischen Gewalt der „Oma“ aussetzt.  Von den Punkt an hätte Gabi mal durchgreifen müssen und ihre Kinder in Schutz nehmen müssen und sich mit Hilfe von Christian, ihren zweiten Ehemann, zur Wehr setzen müssen. Schließlich hat er es ja angeboten und auch versucht. Verstehe ich das einfach nicht als normal aufgewachsener Mensch oder bin ich da zu streng? Ich weiß es nicht, ich weiß nur, wie ich dann endlich gehandelt hätte und den Kontakt abgebrochen hätte. Schluss, Aus, Ende . Aber vielleicht sage ich das so einfach.
Trotzdem finde ich das Buch lesenswert, weil man einen tiefen Einblick in eine Narzisstische Persönlichkeit bekommt. Aber wie gesagt 100 Seiten weniger hätte es auch getan.
Wer mehr über die Autorin erfahren möchte, schaut sich mal ihre Homepage an. Und auf Woman.at ist ein gutes Interview mit ihr. Dieses und anderes Hintergrundwissen habe ich als Pressemappe von dem Verlag bekommen und finde es echt interessant. Vor allem das Interview.
Ich danke dem Verlag Schwarzkopf und Schwarzkopf für dieses Leseexemplar!