Sonntag, 17. April 2016

Nössler, Regina ~ Endlich daheim

Kim ist ein etwas pummeliges Mädchen, das kurz vor ihren 14ten Geburtstag steht. Sie hat nur eine einzigste Freundin. Nach Schulschluss kommt Kim endlich daheim an. Es ist Freitag und morgen ist ihr Geburtstag. Doch bei ihren Haus angekommen,  ist nichts mehr so wie es einmal war: Der Schlüssel passt nicht und überhaupt stehen an  den Klingelschildern fremde Namen. Wo ist ihr Name? Ihre Mutter ist beruflich fort und Kim bekommt sie nicht ans Telefon. Auch ihre Tante ist unerreichbar unterwegs. Am Anfang denkt Kim, sie träumt schlecht, doch nach und nach begreift sie die Realität und merkt, das ihr bisheriges Leben spurlos verschwunden ist. Sie fängt an zu verzweifeln und bekommt es mit der Angst zu tun.
Dieser Thriller fängt eigentlich ganz harmlos an und man denkt, hä, das ist doch kein Thriller, das ist ein ganz normaler Roman. Es geht um Kim, die nach Hause kommt und nichts ist mehr so wie es einmal war. Dann begleitet man sie fast 24 Stunden lang auf der Suche nach dem Zuhause, nach dem Vergangenen und dem Veränderten. Mit ihr erlebt man bange Stunden, Verzweiflung, aber auch Freude und Erleichterung. Am Ende kommt dann die Auflösung und es ist anders ,als man erwartet hätte.

Regina Nässler schafft es uns in eine Welt zu entführen ,die wohl für die meisten die schlimmsten Alpträume sind. Und auch schafft sie es, sich in die Gefühle der 13 jährigen Kim gut hinein zuversezten, ihre Angst und Verzweiflung, aber auch ihre Frage, ob sie an allem Schuld ist.
Das Buch  ist auch mehreren Persektivien geschrieben: Aus der Sicht von Kim, der Tante Felicitas, dem Polizisten Kummer und auch von Alex - dem heimlichen Schwarm von Kims böser Freundin Merle. Trotz dieser vielen Perspektiven zieht sich die eigentliche Story wie ein rotes Band durch diesen Thriller und irgendwie sindalle Personen miteinander verknüpft.Außerdem sind die Kapitel nach Uhrzeiten unterteilt. Die Beschreibungen der Berliner Handlungsorten ist sehr realistisch, da das man mit dem geistigen Auge immer dort ist.

 Am Ende klärt sich na klar alles auf und man denkt, oh, damit habe ich allerdings nicht gerechnet.
Der Schreibstil ist somit spannend, denn man will ja wissen, was da passiert ist mit den verschwundenen Bewohnern von Haus Nr. 48?  Man hofft mit Kim, das alles gut geht und möchte sich in manchen Situationen am liebsten in den Arm nehmen und trösten. Außerdem ist man beim Lesen genauso verwirrt wie Kim und fragt sich, was ist denn da überhaupt passiert
Realistsich sind die Personen und Gefühle, gut dargestellt. Die Autorin Regina Nössler hat die Stimmung gut eingefangen.

Das Cover passt zu dieser düsteren Stimmung. Dunkel bzw. nachts mit fliegenden Krähen. Einzig allein eine Straßenlaterne gibt ein wenig Licht in dem nebligen Abend.
Ich danke dem Konkursbuch Verlag für das Rezensionsexemplar.