Donnerstag, 16. Juni 2016

Liebig, Timo ~ Blut und Harz


Blut und Harz: ThrillerUnwetterkatastrophen in Europa: Tornado in Berlin, Schneechaos in England und Tsunami in Spanien - wie hängen diese alle miteinander zusammen? 
Doch diese Nachrichten gehen für Hotelbesitzer und Investor Erik Ritter vorbei. Er hat andere Sorgen, denn ein kleines Kloster in Mittelfranken stellt eine schier unüberwindbare Hürde in sein neues Projekt dar.  Dann taucht plötzlich ein alter Bekannter auf, der Jahrzehnte lang verschollen war und sein Sohn Elias wird bei einem Autounfall schwer verletzt.  Und zu guter Letzt trachtet noch jemand Eriks Leben. 
Blut und Harz ist die erste Veröffentlichung von dem inzwischen erfolgreichen Autor Timo Leibig. Und meines war es das vierte, welches ich gelesen habe. Wenn man die Thriller mit dem Duo Goldmann und Brandner kennt, dann ist Blut und Harz eine totale Gegensätzlichkeit. Hier wird ein solider Krimi erzählt, der mystisch angehaucht ist und in Reich der Fantasy entführt.
Die Protagonisten sind hier gut beschrieben und dargestellt und alle auf ihre Weise symphytisch. Selbst die Bösewichte :-). 
Die Spannung ist hier nicht so gegeben, ich gestehe, mir war das Buch ein wenig träge. Auch von der Story hat es mir nicht ganz so gefallen, denn ich bin nicht so ein Fan von Fantasy. Deswegen habe ich mich hier ein wenig mit dem Lesen schwer getan. Allerdings gestehe ich, ich würde Blut und Harz nun nicht unbedingt als Thriller bezeichnen, sondern mehr als Krimi
ABER das ist meine eigene Meinung. Denn im Grunde ist es ein gutes Buch, wer eben die Mischung Krimi und Fantasy mag. Auf jeden Fall kommt es allerdings nicht an die Goldmann und Brandner Reihe heran, dazu fehlt dann doch die Spannung.
Trotzdem, ein Satz in diesem Buch fand ich genial:
Eigentlich war es nur für Erik die Morgensonne, denn es war bereits Knopperszeit in Deutschland.
 Den Satz finde ich mal cool, denn ich glaub, jeder kennt diese Uhrzeit!!
Das Cover gefällt mir allerdings gut. Es zeigt eine gezeichnete Hand mit einer blutigen Waffe. Im Hintergrund  ist ein Kloster im Wald zusehen. Die Hauptfarbe von diesem Buch ist grün, passt zur Fantasy. Alles im Allen ist das Cover sehr stimmig und man greift da auch zu in der Buchhandlung.
Also wer Fantasy mag und auch gerne Krimis liest, für den ist es genau richtig und kann ich dann nur wärmstens empfehlen. Ich bleibe lieber bei dem Ermittlerduo Goldmann und Brandner.


P.S. bin gerade nochmals auf die Autorenhomepage gegangen. Dieser Blick auf der Startseite!!. Einfach genial!!!

Leibig, Timo ~ Mädchendurst

Mädchendurst: ThrillerDie Sommerferien stehen bevor. Und als Abschluss vom Schulalltag macht eine Klassenlehrerin mit ihren 8 Schülerin einen Ausflug. Doch sie kommen von diesen nicht mehr zurück, sondern sind spurlos verschwunden. Was ist mit den 9 Leuten geschehen?
Der Fall landet bei Leonore und Walter auf den Tisch. Walter erkennt darin ein Zusammenhang mit früheren Fällen, wo kurz vor den Sommerferien immer wieder Mädchen verschwunden sind. Alle im gleichen Alter wie die jetzigen verschwundenen Mädchen.
Beide Ermittler wissen, das ihnen die Zeit davon läuft, diese Kinder zu finden, denn das Wissen, das bei Kindesentführungen die meisten innerhalb der ersten vierundzwanzig Stunden sterben, lastet groß auf ihnen.
 Mädchendurst ist ja der erste Fall von Leonore Goldmann und Walter Brandner. Auch hier, wie im Fußabschneider, wird der Krimi in mehreren Perspektive erzählt. Und auch hier steht der normale Familienalltag nicht im Hintergrund, sondern ist im Geschehen mit integriert.
Mädchendurst fesselt einen von Anfang an und zieht einen unweigerlich ins Geschehen mit hinein.
 Die einzelnen Kapitel sind in Datum und Uhrzeit aufgeteilt, wobei es immer wieder Gegenwart und Vergangenheit abwechseln. Aber hier hat mich das nicht so gestört, da ich es von "Fußabschneider" schon gewöhnt bin.
Das Cover - gut gestaltet. Ein See mit einem Bootshaus am gegenüberliegenden Ufer an einen gewaltigen Berg. Mädchendurst ist wie mit Pinselstrichen auf dem Cover in gelb gemalt. Jedenfalls hat dieses Cover Wiedererkennungswert, da die Titel von den einzelnen Thriller wiederholen.
Wieder hat Timo Leibig es geschafft, einen spannenden fesselnden Thriller heraus zu bringen. Es ist nun mein zweiter Fall mit dem Ermittlerduo Goldmann und Brandner.
Insgesamt gibt es drei Fälle, wo das Duo gemeinsam ermitteln:
der erste Fall: Mädchendurst 
der zweite Fall: Fußabschneider
der dritte Fall: Totenschmaus

Diesen werde ich mir auf jeden Fall noch zulegen!!



Wer jetzt mehr über den Autor Timo Leibig erfahren möchte, schauf entweder auf dessen Homepage vorbei oder guckt mal in das interessante Interview.

Bei einer Frage (...bisherigen Veröffentlichungen ... sehr erfolgreich. ...150 meist verkauften Selfpublishing-Autoren..) antwortet Timo u. a. 
Am besten funktioniert meiner Meinung nach ein Marketingmix aus Facebook, Werbeplattformen, eigener Webseite, Newsletter-Marketing und Veranstaltungen.
 Doch ich finde, das die richtige Spannung und Fesselung vom Schreibstil her auch einen erfolgreichen Autor ausmachen! Sonst wäre ich nicht so begeistert von Timo!

Mittwoch, 8. Juni 2016

Herold, Erasmus ~ und ich vergebe Dir nicht



Gütersloh, es ist der Hochsommer 2011 schlechthin. Doch grausame Morde trüben die heißen sonnigen Tage. Ein Serienkiller geht um und tötet Tag für Tag einen Menschen. Die einzige  Gemeinsamkeit ist die unmittelbare Nähe zu der A2 und ein Stempelabruck mit seltsamer Ziffernfolge. Patrick Gruber ist der leitende Ermittler. Unterstützen tut ihn dabei seine neue Kollegin Sarah Berger.



Erasmus Herold ist für mich als Schriftsteller neu. Doch er hat einen guten Krimi geschrieben, denn er fesselt einen von Anfang an. Und dann ist es ein guter Krimi!

Trotz der Spannung ist hier auch ein gewisser Witz mit drin, der mir gut gefällt. Z. b. hat mir die Aussage "ein analoger Typ in einer digitalen Welt...“ total gefallen. Die Protagonisten sind mir eigentlich symphytisch, ich sage eigentlich, denn es ist ein bisschen zu viel des Guten mit der überaus freundlichen Stimmung, die da herrscht. Die neue Kollegin wird gleich super aufgenommen und man versteht sich von Anhieb an bombastisch miteinander.  Ne, too much. Trotzdem macht dieses das Gesamtbild nicht kaputt und bleibt ein spannender Krimi. Selbst die Story ist gut und man kann sich so richtig darin vertiefen. Das Ende hat mich ein wenig unbefriedigt gelassen, aber das mag Ansichtssache sein. Trotzdem bleibt man bis zum Schluss im Ungewissen, wer denn nun der Täter ist und die Auflösung ist dann doch überraschend.
Die Perspektive wechselt immer zwischen den Ermittlern und dem Täter.

Was hier besonders ist, zumindest habe ich es bisher nicht gesehen, ist der Abstand zwischen den einzelnen Dialogen. Da ist immer eine Leerzeile. Die Kapiteltitel sind aufgegliedert in Titel und Datum mit Uhrzeit. Alles im allen ein wie gesagt guter Krim.

 Das Cover lässt mich auch ein klein wenig verwirrt zurück. Nein, es ist nicht schlecht, aber ein wenig vermisse ich den Zusammenhang zu dem Inhalt. Man sieht links eine Verschnörkelung und in der Mitte senkrecht den Titel. Rechtsseitig ist ein Raum mit einen Fenster hoch oben in der Wand. Alles ist in Grautöne gehalten.

Doch beim Stöbern auf der Seite vom Autor habe ich festgestellt, dass diese Covers einen wiedererkennungswert haben.  Es gibt davon noch ein anderes Cover, das mir persönlich besser gefällt.

Trotzdem, wer spannende Krimis mag, dem kann ich diesen Krimi von Erasmus Herold nur wärmstens empfehlen. Gerade jetzt, wo es an manchen Tagen heiß ist und die Geschichte im heißen Gütersloh spielt, kann man sich gut in die Situation hineinversetzten. Oder wird so mitgerissen, das man einen kalten Schauer auf den Rücken fühlt :-)


Edwardson, Ake ~ Toter Mann

Wieder bekommt Kommissar Winter einen komplizierten Fall.  Und von Anfang an sind die Ermittlungen von Lügen und Intrigen durchzogen. Auf einer Brücke wird ein Auto mit laufenden Motor gefunden und Schüsse darin. Ein bekannter Autor wird kurz darauf auch beschossen. Und dann geschieht ein Mord! Aber was hat es mit dem verschwundenen Mädchen vor 30 Jahren zu tun. Immer wenn Erik Winter dann denkt, er hat eine Spur, muss er von vorne anfangen. Ob er der Tat auf der Spur kommt und lösen kann?

Ich habe ja schon einige Bücher von dem Autor Ake Edwardson gelesen, aber ich gestehe, die waren alle  irgendwie besser als "Toter Mann". Hier spielen eindeutig zu viele Personen mit, so dass man am Anfang total den Überblick verliert. Und auch die vielen Handlungstränge macht das Lesen des 538 dicke Buch nicht gerade leicht. Am Anfang sind viele Abschnitte, wo die Protagonisten mit "er" oder "sie" beschrieben sind, wo man erst überlegen muss, wer ist das denn jetzt. Die Spannung bleibt somit hier auf der Strecke, zumindest am Anfang. So ziemlich zum Schluss hin kommt ein wenig Spannung auf und man kriegt so ein klein bisschen den Durchblick. Aber ich finde immer noch, der rote Faden hat oft Knoten in sich. Dazu kommen auch noch so oft die sinnlosen Diskussionen, wie z. B. auf S. 75
"" Womöglich war das er das Opfer, das vorgesehene Opfer. oder nur die Falsche Person am falschen Ort. Die richtige Person am richtigen Ort oder die falsche Person am richtigen Ort..... Falsche Person, Richtiger Ort. oder umgekehrt""
Das kommt hier in diesem Krimi öfters vor und nervt irgendwie. Auch das hier irgendwie alle deprimiert, krank oder sonstiges negative sind, geht an die Lesesubstanz.
Ach ja und zu guter Letzt das Ende, das offene Ende.
""Winter hatte keine Kraft zu antworten"". Ja, was hat er denn nun? Migräne, einen Tumor, sonstige Krankheit.
Alles im allen ist dies ein unbefriedigter Krimi von den eigentlich guten Schriftsteller.
Und dann komme ich zum Cover. Es zeigt ein Mädchen auf schwarzen Hintergrund. Der Titel "Toter Mann" ist in blutrot. Aber ich gestehe, ich sehe den Zusammenhang nicht ganz. Gut, das mit dem Mädchen schon, wenn man das liest, aber warum toter Mann?
Also wer den Schriftsteller Ake Edwardson kennt, weiß, das er es besser kann. Und wer ihn nicht kennt, sollte bitte nicht mit dem Krimi anfangen. Z. B. Tanz mit den Engel.