Freitag, 29. Juli 2016

Haubrich, Leonie ~ Je schwärzer die Nacht

Bildergebnis für Je schwärzer die NachtPia ist angeklagt an den Mord an ihrer Mutter. Anwältin Stefanie Beck wird mit ihrer Verteidigung beauftragt. Sie nimmt sich vor, diesmal objektiv an die Sache daran zu gehen und sich nicht dort reinzuhängen. Denn das letzte Mal bei einem Fall hatte Stefanie einen fatalen Fehler gemacht.
Doch Pia kann sich an nichts mehr erinnern und so beginnt die Anwältin an zu recherchieren und dringt doch tiefer in den Fall ein, als sie wirklich will. Und tritt dabei wieder einigen Leuten mächtig auf die Fuße. Macht sie diesmal auch Fehler, die unverzeihlich sind? Oder kann sie das Familiendrama aufklären?

Dieser Thriller ist der erste von der Schriftstellerin Leonie Haubrich. Und ich kann sagen ,dieser Thriller hat mich überzeugt. Die Handlung ist nachvollziehbar, die Protagnisten realistisch dargestellt.  dieses Buch ist spannend, es ist fesselnd und man kann nicht aufhören, es zu lesen. Ich gestehe, das ich selten ein Buch innerhalb von wenigen Tagen durchlese, aber hier war es der Fall. Gut, vielleicht liegt es auch am Urlaub, aber nicht nur allein :-)
Beim Schreibstil taucht man ein in die Geschichte und man geht z. B. gedanklich auch die Wege, die Stefanie entlangläuft. Man fühlt die winterliche Kälte und und und.
Das einzigste was mich ein klitzekleines bisschen stört, ist,das ich nicht weiß, wo der Thriller spielt. Aber das ist eine persönliche Meinung und tut dem Buch keinen Abbruch.
Das Cover   -- ja,  Es fühlt sich gut an in der Hand, leichte Gummierung. Es ist pechschwarz. Kahle Bäume sind darauf abgebildet und wie der Text in weiß gehalten. Nur die Autorin und das Wort Thriller ist in Blutrot gehalten. Es hat schon was unheimliches an sich und man schaudert beim Anblick ein wenig. Tiefschwarz, so geheimnisvoll und undurchsichtig wie die Story selbst. Gut gewählt.
Noch ein bisschen über Leonie Haubrich selber. Ich habe, wie gesagt, bisher keines von ihren Büchern gelesen. Das war mein erster Thriller von ihr. "Je schwärzer die Nacht" ist allerdings nicht ihr erster, sonder der neueste. In folgender Reihenfolge sind bisher erschienen:
Am Anfang war die Stille / Auf mancher Nacht folgt kein Tag / Der Zweite

Außerdem hat sie unter dem Namen Heike Fröhling weiter Bücher veröffentlicht. Und wenn ich so ihre Seite angucke, dann kommt mir zumindest namentlich das Buch "Inselsommer" bekannt vor. Und zu Weihnachten steht auf meiner Wunschliste "Liebe auf 12 Pfoten" Mehr dazu auf ihrer Homepage Auf lose Blätter.



P.S. mir gefällt auch der Trailer auf der Seite von Leonie Haubrich

Dienstag, 26. Juli 2016

Gutenrath, Cid Jonas ~ 110 Ein Bulle hört zu

110- Ein Bulle hört zu (Blog)Wer kennt sie nicht, die Notrufnummer 110. Eigentlich sollte man diese nur im Notfall anrufen, deswegen Notfallnummer. Aber es gibt auch andere, die teilweise aus Spaß, Langeweile oder einfach nur zum Beschweren diese Nummer wählen.
Und hinter dieser Nummer sitzen Personen, besser gesagt Polizisten. Einer davon ist Cid Jonas Gutenrath. In diesem Buch "110 - Ein Bulle hört zu" erzählt er von seinen Telefonerlebnissen, z. B.  von dem kleinen Mädchen, das Angst hat vor Gewitter. Oder von der jungen Frau, die in den Tod springt. Aber auch lustige Erlebnisse und traurige kommen hier vor. Und dann sind ja noch die Spaßanrufe und derjenige, der sich beschweren möchte, dass er nicht an dem Müllauto vorbeifahren kann. All das erlebt Cid Jonas Tag für Tag. Und begegnet den Anrufern dementsprechend mit Humor, Ärger oder Sorge.
Dieses Buch habe ich angefangen zu lesen mit der Erwartung, zu erfahren, was es auf sich hat mit der 110. Ich wollte Geschichten und Erlebtes erfahren und wie so ein Notrufannehmer  den Anrufer begegnet. Teilweise wurden meine Erwartungen erfüllt, aber anderseits erzählt hier der Autor sehr viel Hintergrundwissen über sein Privatleben und sein Werdegang bis er zur Polizei kam. Vor allem seine Zeit bei der Marine scheint er ja zu lieben, denn darüber erzählt er viel.
Gutenrath ist kein "Bulle" so wie man ihn sich vorstellt. Nein, er ist Mensch geblieben und lässt sich nicht verbiegen. Und das erkennt man, wie er manchmal mit den Telefonanrufern umgeht. Das ist nicht immer so 100% nach Dienst, aber macht ihn irgendwie symphytisch.
Trotzdem hat mich dieses Buch nicht ganz s ó überzeugt. Mir persönlich ist darin viel zu viel persönliches drin enthalten über seinen Werdegang usw. Mir wäre es lieber, mehr Hintergrundwissen zu bekommen, was den z. B. passiert, wenn einer wirklich nur aus Spaß die 110 wählt. Oder einfach nur mal zum Dampf ablassen. Oder die Zusammenhänge vom Anruf bis zum Einsatz. die kommen mir hier ein wenig zu kurz.

Jedenfalls ist es ein Buch über den normalen täglichen Wahnsinn der 110. Denn viele glauben, bei jedem Pupe die Notfallnummer zu wählen. Und damit möchte Cid Jonas  Gutenrath auch ein wenig aufklären, dass man diese Nummer hauptsächlich in Not anruft, nicht weil man gerade mal Langeweile hat.
 Das Cover finde ich dagegen ansprechend. Es zeigt den Autor an seinen Arbeitsplatz. Alles ist in dunkel bzw. grau gehalten, Nur die 110 ist groß in weiß. Ich finde, das Cover gut gewählt.


D'Ascola, Martina ~ Spukgeschichten aus Hessen

Hessen, das Land der Brüder Grimm. Wer kennt nicht die Märchen wie Dornröschen, Hänsel und Gretel oder Rumpelstilzchen von ihnen. Aber es gibt sie auch, die dunkle Seite vom schönen Hessen. Dort wo die Schattengeister, Hexen und Burggespenster zu Hause sind. Martina D'Ascola lädt uns auf eine Reise durch ihre Heimat ein und erzählt hierbei von manch gruseliger oder unheimlicher Begegnungen, die dort einst gesichtet worden sind.

Spukgeschichten in Hessen ist nicht das klassische Gruselbuch. Nein, es ist mehr der Reisebericht. Die Autorin führt uns durch ihr Hessen und weiß einiges an Geschichte auf den einzelnen Stationen zu erzählen. Hintergründe, Begebenheiten oder wie die oder jene Burg erstanden ist. Dass dabei auch ein wenig Grusel und Spuk mit dabei ist, macht die Sache noch interessanter. Dieses Buch lädt ein auf Erkundungstour zu gehen und selber auf Geisterjagt. Als Bonus bekommt man herrliche Aussichten, Geschichte und eine schöne Wanderung teilweise durch die tolle Natur. Ich mag diesen als Spukbuch getarnten Reisebericht und macht neugierig auf Hessen. Zumal ich doch schon das ein oder andere Örtchen wie z. B. Sonnenberg, Burg Frankenstein oder Bad Homburg kenne. Nur -- da hatte ich das Buch noch nicht....
Zusätzlich sind von den einzelnen Orten von den Sehenswürdigkeiten Bilder mit drin. Das lockert das ganze noch ein wenig auf und macht es noch lesenswerter.

Das Cover ist naklar gruselig gehalten. Ein nebliger Wald, dunkel und darin ein Schatten von einer Person. Uahh, Spuk ist grell geschrieben, so dass es wie der Mond im Wald erscheint, der allerdings etwas von den Wolken dunkel gehalten wird. Sehr gelungen und ich würde in der Buchhandlung auf jeden Fall zugreifen.







Ich danke dem Steffen Verlag für das Leseexemplar

Donnerstag, 21. Juli 2016

Kurzmeinung Forsyth, Mark ~ Lob der guten Buchhandlung


Welttag des Buches 2016. Ich war auch in der Buchhandlung. Und habe dann dieses kleine nette Büchlein bekommen. Lob der guten Buchhandlung.
Der Autor Mark Forsyth erzählt uns hier, was er über die Buchhandlung denkt und was an dieser so wichtig ist. Was macht eine gute Buchhandljung aus? Mit Witz und Charme lässt er uns an seine Gedanken teilhaben.
"" Über das große Glück, das zu finden, wonach man nicht gesucht hat" schreibt Mark Forsyth und ich stimme ihm da voll zu. Es gibt nichts schöneres als auf ungeahnte Lesefreuden zu stoßen.
Ich freue mich, das ich dieses kleine 32 Seiten dicke Buch gefunden habe, obwohl ich am Welttag des Buches überhaupt nicht danach gesucht habe.
Es ist, wie der Schriftsteller sagt, eine Liebeserklärung an die Buchhandlung, aber es ist auch viel mehr. Nämlich eine Botschaft. Eine Botschaft, das man gerade die "kleine" liebenswürdige Buchhandlung nicht ausser Acht lassen sollte, sondern sich viel mehr damit beschäftigen sollte. Denn was wird aus der Buchhandlung, wenn man nicht mehr sfindet, auch wenn man nichts sucht.
Ein Muss für alle Bibliophilen und Buchhandlungsliebhaber.  Leider gibt es diese kleine Buch nicht mehr, soviel ich weiß. Deswegen freue ich mich umso mehr, dieses kleine Essay zu besitzen.

Übrigens habe ich beim surfen auf buchmarkt.de folgenden Text gefunden, und gebe diesen zu 100% Recht:
Eine Stadt ohne Buchhandlung läuft Gefahr, zu veröden. Eine Buchhandlung gehört zu einer einer Stadt wie ihre Vereine, ihre Kirchen und wie ihre Zeitung. Sie alle bestimmen den Charakter einer Stadt.“ Süddeutsche Zeitung

Krist, Martin ~ Dreckspiel

Bildergebnis für DrecksspielHannah und ihr Mann Philipp wollen einen Kurzurlaub machen , so wie früher, einfach mal raus.  Doch dieser Kurztrip entwickelt sich zum Alptraum. Philipp verschwindet spurlos und Hannah wird von einen Fremden gefangen genommen und  gepeinigt. Ihre größte Angst ist allerdings Millie, ihre kleine Tochter, die nebenan im Zimmer schläft.
Währenddessen nimmt David Gross einen Auftrag an. Der ehemalige Polizist arbeitet nun als diskreter Ermittler in verschiedenen Sachen. Diesmal ist es ein Entführungsfall. Kann er das entführte Mädchen rechtzeitig finden und Hannah sich und ihre Tochter rechtzeitig befreien? Oder geht das Grauen noch tiefer?
Martin Krist, ich kenne diesen Schriftsteller von der "Mädchenwiese". Auch diesmal habe ich mich gefreut auf das Buch, denn das erste hat mich schon gefesselt. Drecksspiel fängt auch spannend an und man wird gleich in die Geschichte hineingezogen.  Am Anfang spürt man die Unbeschwertheit und gerät mit Hannah immer tiefer in die Verzweiflung und Angst. Auch fiebert man mit David Gross mit und hofft, das er eine Spur zu dem entführten Mädchen findet. Doch in der Mitte des Buches wird es ein wenig unglaubwürdig und es kommen mehrere verschieden Protagonisten dazu. Gut das es am Anfang ein Personenverzeichnis gibt, allerdings ein wenig vage in der Beschreibung. Die Story hat schon ein roten Faden, aber hier muss man ein wenig mitdenken, um ihn nicht zu verlieren. Am Ende klärt sich zwar vieles auf, aber es bleibt ein sehr schaler Geschmack zurück in Form eines total offenen Endes. Und das finde ich überhaupt nicht toll. Nicht das offene Ende, aber die vielen, vielen Fragen, die dieses mit sich bringt. Nichts - fast nichts- wird hier aufgeklärt und man fragt sich nach dem Lesen ,war es jetzt das? Was kommt denn nun?
Hätte ich diesen Krimi von Martin Krist als erstes gelesen, ich hätte kein weiteres mehr zur Hand genommen. Aber die beiden anderen Krimis von ihm "Mädchenwiese" und "Engelsgleich" sind dagegen gut und so dachte ich mir, liest du diesen auch. Tja, diesmal ein Fehlgriff. Was mich auch sehr stört, ist die asoziale Sprache hier, es wird viel geflucht und Schimpfwörter benutzt. Muss das denn sein, das jeder dritte Abatz mit Verfi... Sch.. versetzt ist?

Goddard, Robert ~ Und Friede den Toten

https://s3-eu-west-1.amazonaws.com/cover.allsize.lovelybooks.de/und_friede_den_toten-9783442461080_xxl.jpgSommer in England, Sommer in Avebury. Eigentlich soll es ein schönes Picknick werden, doch es endet mit Grauen. Die zweijährige Tamsin wird entführt und ihre siebenjährige Schwester dabei getötet. Doch die Tat bleibt ungeklärt. 23 Jahre später nimmt der pensionierte Chief Inspector George Sharp den Fall wieder auf, denn er hat einen mysteriösen Brief bekommen. Mit Hilfe eines damaligen Zeugen David Umber, gräbt er tief und tiefer in der Vergangenheit und bringt erschreckendes ans Licht. Was ist damals in Avebury wirklich geschehen?

Der Krimi fängt vielversprechend und spannend an. Mit der Entführung der kleinen Tamsin und dem Tod ihrer Schwester. Man wird förmlich hineingezogen in das Entsetzten der Beteiligten. Sally dem Kindermädchen, dem Zeugen Umber und vielen anderen.  Dann wird die Geschichte 23 Jahre später erzählt, hauptsächlich aus der Sicht von  David Umber, aber auch von Georg Sharp. Vondiesen Punkt an wird dieser Krimi etwas verwirrend und die eigentliche Tat - die Entführung- gerät in den Hintergrund. Es geht hauptsächlich um die Briefe des Junius. Und da hält sich der rote Faden dran. Es kommen sehr viele Protagonisten hier vor und man muss sich immer wieder ins Gedächtnis rufen, wer was darstellt und warum er da ist. Viel Geschichtliches ist hier auch verzeichnet, eben wegen diesen Junius Briefen. Alles im Allen schon sehr verwirrend und mit dem eigentlichen Geschehen wenig in Zusammenhang. Erst am Ende erfährt man, was die Entführung mit diesen so genannten Briefen auf sich hat. Trotzdem bleibt nach dem Buch ein unbefriedigtes Gefühl zurück. Brigitte, die Zeitschrift schrieb über das Buch: Robert Goddard schreibt Bücher, für die man sich gerne eine Nacht um die Ohren schlägt". Das kann ich nicht bestätigen. Ich hatte Mühe, teilweise dieses Buch fertig zu lesen. Eben typisch englisch nüchtern.
Das Cover allerdings passt voll zu dem Krimi. Es zeigt die Steine von Avebury und hat schon was geheimnisvolles an sich. Aber ansonsten ist dieser Krimi gut für zwischendurch, aber nichts fesselndes.
Außerdem hat es mich sehr gestört, das die Hauptprotagonisten David Umber und Georg Sharp nur hier immer mit dem Nachname genannt worden sind. Ist das typisch in England? Warum hat man dann Vornamen? Nichts für Ungut, aber ich denke, ein weiteren Krimi von Goddard (ich pass mich an) werde ich wohl nicht mehr lesen.

Mittwoch, 13. Juli 2016

Winter, Hanna ~ Opfertod



Bildergebnis für opfertod hanna winterKriminalpsychologin Lena Winter ist neu im Berlin. Sie soll das Ermittlerteam von Volker Drescher verstärken und bekommt gleich ihren ersten Fall mit einem Serientäter zu tun. Er tötet wahllos Frauen und verstümmelt sie. Am Anfang klappt die Zusammenarbeit gut, doch dann  wird sie nach diffusen Nachforschungen vom Dienst suspendiert und ermittelt so allein weiter. Dabei stößt sie auf den Ehemaligen Polizisten Wulf Benningen, der ihr dabei hilft.  Schaffen es beide, den Täter ausfindig zu  machen und auch zu stoppen. Und was hat er vor mit den einzelnen Teilen der Frauen?
Am Anfang ist der Krimi schon spannend und der Spannungsbogen hält sich auch. Aber oftmals ist er auch so unwirklich und so brutal. Nicht von den Morden her, sondern von den Geschehnissen außerhalb. Da wird geprügelt, geschlagen und und und.
Klar hat Lena durch ihr schweres Kindheitstrauma es nicht einfach. Aber deswegen muss man nicht sich so gehen lassen und so tough spielen. Am Anfang spielt ja noch der Täter eine große Rolle, doch zu Mitte hin lässt dieses nach und es spielen hauptsächlich die Probleme von Lean und dem Expolizisten eine Rolle
Der Schreibstil ist schon flüssig und fesselnd und auch die Geschichte im Großen und Ganzen. Aber mir ist es ein bisschen zu tough. Und dann das Ende. Ich hasse offene enden oder bzw. Cliffhanger. Und das Motiv bleibt auch offen.  Wie sagte jemand in seiner Rezension: „. Insgesamt kommt der psychologische Aspekt viel zu kurz.“ Ich stimme hier voll und ganz zu.
 Es kommen hier verschiedene Erzählperspektiven zum Einsatz.  Da sind unter anderen eben Lena, dann aber auch der Täter und die Opfer.  Und nicht zu vergessen, Drescher,

Ich gestehe, ich habe schon bessere Thriller von Hanna Winter gelesen. Z. B. Stirb. Mir hat dieser nicht so zugesagt. Mir fehlt definitiv etwas. Ja das Cover – hm, ich schätze, die Taube soll die Unschuld darstellen, die nun blutbefleckt da liegt, als Opfer gilt. Auch der Titel in Blutrot ist passend. Im Großen und Ganzen passendes Cover.