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Montag, 19. Juni 2017

Judge, Alex S. ~ Tödliche Abgründe



Auf dem Gelände der abgebrannten Disco entsteht ein Nobel Swinger Club. Trotz des Widerstandes einiger Anwohner. Monatelang laufen die Geschäfte gut, doch dann passiert ein Todesfall. Der Besitzer wird tot aufgefunden, am Andreaskreuz gefesselt und das Word „Sünder“ in der Brust eingeritzt.
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Bild von Alex S. Judge
Da der Todesumstand nicht ganz klar ist, vermitteln der Würzburger Hauptkommissar Peter Pfeiffer und seine neue Kollegin Nina Schätzlein im Swinger Club. Die Ermittlungen erweisen sich nicht als einfach und sie treffen oft auf Schweigen oder Verheimlichungen. Und je mehr sie ermitteln, um so tiefer geraten sie in der Szene von Sex und Lust.

Der Fall ist gut und realistisch dargestellt. Man kommt gut rein und kann sich gut drin vertiefen. Ermittlungsarbeit hat nichts mit totaler Action zu tun, sondern so wie hier dargestellt mit Befragungen, Hinterfragen und „von Tür zu Tür“.
Die Protagonisten erscheinen auch gut und symphytisch und jeder von sich ist eine Persönlichkeit mit privaten Hintergrund. Peter Pfeiffer ist ein erfahrener Polizist, der seine Arbeit liebt. Doch Privat läuft alles nicht so rund.
Seine neue Kollegin ist noch jung und von Ehrgeiz gepackt. Auch ihr Privatleben kommt hier nicht zu kurz.
Da ja der „Mord“ in einen Swinger Club geschehen ist, fehlt es hier nicht an Erotik und sex. Eine gelungene Mischung zu dem Kriminalfall. Bei manchen Protagonisten kommt daher sogar mal der ein oder andere Gedanke 😊. Auch der Humor kommt hier nicht zu kurz.
Die Ermittlung ist so gestrickt, dass man oft auf eine Falsche Spur geführt wird und lange nicht weiß, wer war jetzt wirklich der Täter
Obwohl es manchmal für mich ein Ticken zu viel an Privates ist. Aber das ist meine persönliche Meinung und tut dem eigentlichen Geschehen keinen Bruch.  Was mir auch ein wenig fehlt, ist Würzburg. Die Stadt kommt hier ein wenig zu kurz in der Beschreibung. Anders in anderen regionalen Krimis, wo man zumindest die Fahrtstrecke ein wenig beschreibt, die dortigen Sehenswürdigkeiten usw. Das könnte man im nächsten Krimi ein wenig verbessern. Aber fränkisch ist hier vertreten und ich fand es toll, diese Sprache hier miteingebaut zu haben. Siegfried Andermann und sein Fränkisch sind mir sehr symphatisch!!
Mein Fazit ist, das hier gute reale Ermittlungsarbeit, Erotik und Humor gut miteinander verknüpft werden. Leider leidet ein wenig darunter die Spannung. Trotzdem ist der Krimi lesenswert. Ich sag mal, ein guter Tatortkrimi kann da durchaus mithalten. Schließlich geht es da auch nicht um Spannung, sondern um gute Unterhaltung, Und das schafft die Autorin Alex. S Judge hier vollkommen.
Schließlich war es ihr Debütroman und man kann sich schließlich noch steigern. Ich jedenfalls freue mich auf den nächsten Krimi von Alex S. Judge. Nicht allein, weil sie Würzburgerin ist, also Unterfränkin wie ich, sondern weil ich auch den Ort kenne, wo diese ehemalige reale Disco gestanden hat. Außerdem ist sie eine herzerfrischende Persönlichkeit, die ich auf der Leipziger Buchmesse kennen gelernt habe. Danke für das tolle zufällige Treffen!!
Was ich noch witzig finde, ist der Autorenname. Passend für eine Krimiautorin. Judge ..... erinnert Euch das an was?? Ich finde die "Wortspielerei" toll und schon allein das macht eine gute Autorin aus :-)