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Sonntag, 10. Dezember 2017

Golden. Christopher ~ Der Fährmann



Ähnliches FotoJanine hat vor kurzem ihr Baby verloren und versucht nun mit der Trauer umzugehen. Genauso wie David, der sich in seiner Trauer verkriecht. Doch beide finden wieder zueinander, sie waren früher schon ein Paar und stellen sich gemeinsam der Dämonen, die sie heimsuchen. Der Fährmann ist dabei der größte Dämon, der den beiden zu schaffen macht.
Der Fährmann ist eine Figur aus der griechischen Mythologie, der Verstorbene über den Fluss Acheron gegen Silbermünzen in die Unterwelt Hades bringt.
Auf dem Klappentext steht „Intelligenter Horror mit emotionalen Tiefgang“. Das kann ich teilweise zustimmen. Emotional ist dieser Roman.
Die Protagonisten, um die sich es hier dreht sind Janine und David. Soweit sind sie gut und bildlich dargestellt.  Die Gefühle der beiden sind gut beschrieben und man kann sie sich vorstellen.
Eine Nebenrolle spielt die beste Freundin der Beiden – Anette und Father Charles.
Vorauszusehen war, dass beide wieder zusammenkommen – Janine und David. Und da fangen die Emotionen an und hören nicht auf.  Von „Intelligenten Horrer“ ist hier leider nichts zu spüren. Auch wenn hin und wieder ein klitzekleiner bisschen Grusel aufkommt. Aber für mich ist das eindeutig eine Liebesgeschichte und nicht mehr. Ich habe mir echt mehr versprochen von dem Buch und jeder der Liebesgeschichten mag, ist hier bestens bedient. Alle anderen, die gepflegten Grusel oder intelligenten Horrer erwarten, werden enttäuscht. Von Spannung schon gar nicht die Rede.
Ich gesteh auch, ich habe mich zu dreiviertel durch das Buch gequält, in der Hoffnung, es passiert endlich mal was. Aber dann habe ich es aufgegeben und es nicht zu Ende gelesen.
Einzig allein das Cover gefällt mir sehr gut. Alles in Brauntönen gehalten. Es zeigt den Fährmann auf seinen Boot mit einer leuchten Ende Laterne. Im Hintergrund ein Schädel so Art Wasserzeichen. Der Schnitt ist passend in schwarz gehalten Aber sonst, …. Das ist das einzige Gruselige dran.
Vielen Dank an dem Verlag Buchheim für dieses Rezensionsexemplar.

P.S. Übrigens habe ich das Buch auf der Frankfurter Buchmesse am Stand von "Buchalarm" gewonnen. Ui, da freue ich mich ja erst Recht.









Worms, Mario ~ Die Bestie von Beelitz - der rosa Riese



Bildergebnis für Die Bestie von Beelitz Mario WormsZwischen 1989 und 1991 werden fünf Frauen und ein Säugling tot aufgefunden. Ein Serienkiller geht um. In diesen drei Jahren versucht die Polizei diesen Mörder zu fangen, aber er ist ihnen immer einen Schritt voraus. Können sie ihn stoppen?
Mario Worms wurde damals, wie er im Vorwort sagt, von einem Artikel über den Fall Beelitz aufmerksam und fragte sich, was geht in die Psyche eines solchen Menschen vor.  Tief taucht er in die Geschichte ein und folgt allem, was mit dem Täter und der Tat zutun hat. Herausgekommen ist ein Buch nicht über den Rosa Riesen selber, sondern dem Warum.  Aber auch was in den Täter vorgeht, versucht Mario Worms hier zu rekonstruieren. Wie hat damals die Polizei ermittelt.
Gut dargestellt sind die Mitwirkenden mit all den Gefühlen und Enttäuschungen Der Autor beschreibt die Verzweiflung von Kommissar Bräutigam, weil er den Mörder nicht stoppen kann. Aber auch die Gefühlswelt vom Rosa Riesen.  „Die Bestie von Beelitz ist einmal in der Vergangenheit geschrieben, wo der Täter gemordet hat, aber auch in der Zukunft bzw. Gegenwart, wo sich der der Rosa Riese in haft befindet.
Trotzdem hat mir hier ein wenig gefehlt. Die Spannung? Ich weiß es nicht, aber das Buch ist nicht ganz rund, würde ich sagen. Trotzdem habe ich es gern gelesen und konnte es auch nicht aus der Hand legen.
Alles im allem ist es aber lesenswert, wenn man sich für True Crime interessiert. Es ist eine andere Sicht als die sonstigen True Crime Bücher und vielleicht macht es das lesenswert.
Erschienen ist „Die Bestie von Beelitz“ beim Primär Verlag.
Danke an Mario Worms für das Rezensionsexemplar.

Worms, Mario ~ Die Akte Straußberg



Bildergebnis für Die Akte StrausbergEs ist Heiligabend kurz vor Mitternacht. Leider fällt kein Schnee, aber es regnet in Strömen, als ein Taxifahrer einen älteren Mann in brandenburgische Strausberg absetzten lässt. Der Mann bittet den Taxifahrer, ihn in einer halben Stunde abzuholen. Doch dieser findet den Fahrgast dann blutüberströmt auf einem verlassenen Fabrikgelände.
Bei den Ermittlungen der Mordkommission tauchen die Beamten tief in die Nachkriegsgeschichte und der Frankfurter Auschwitzprozesse ein. Was ist damals passiert, dass der alte Mann ermordet wurde?


Mario Worms schreibt in diesem Buch von einer Zeit, wo die Grausamkeit an der Tagesordnung war. Wo Menschen die Würde genommen wurde, nur weil sie einen anderen Glauben hatten oder anders gedacht haben.
Er dringt tief ein in das Zeitgeschehen und hat sehr gut und lange dabei recherchiert. Auch bei den Mitwirkenden wie z. B. Dr. Mengele ist es so realistisch, dass man die Bilder vor Augen hat.
Mario Worms schreibt hier sehr eindringlich mit all den Gefühlen der Menschen, mit dem Geschehen und lässt nichts aus. Ich gestehe, ich bin zwar hart im Nehmen, was das Lesen angeht, gerade bei Tatsachenkrimis, die schonungslos auch oft die Tat beschreiben, aber hier musste ich doch ab und zu das Buch weglegen, weil ich nicht weiterlesen konnte. Und das schlimme daran ist, es ist die Tatsache, das wirkliche Geschehen von Damals!
In anderen Rezensionen wurde gesagt, dass dieses Buch gut für den Schulunterricht ist. Ich stimme dem voll zu. Gerade in der heutigen Zeit sollte man solche Bücher als Zeichen setzten und sich damit auseinandersetzten.
Ein Buch über ein Zeitgeschehen, schonungslos und ohne Verharmlosung geschrieben, der Tatsache entsprechend, wo viele früher und auch heute noch die Augen verschließen.
Das Cover selber ist schon bedrückend. Es zeigt eine Straße mit einem dürren Menschen hinter Stacheldraht. Grau! Alles Grau – und bedrückend.
Erschienen ist „Die Akte Straußberg“ von Mario Worms beim primär Verlag.